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| 17:19 Uhr

Auf dem Sprung in den Schlager-Olymp

Franziska wohnt zwar inzwischen in Berlin, kommt aber immer wieder nach Spremberg zurück.
Franziska wohnt zwar inzwischen in Berlin, kommt aber immer wieder nach Spremberg zurück. FOTO: Haß/tfs1
Spremberg. Nicht schlecht gestaunt haben gewiss einige Zuschauer, als in der ARD-Fernsehsendung "Das große Schlagerfest" mit Florian Silbereisen eine Newcomerin vorgestellt wurde: Franziska Wiese. Das ist doch . . . ? Genau, eine hier in der Region als Frencis bekannte Sängerin. Thoralf Haß

Aus Frencis wurde Anfang des Jahres wieder Franziska Wiese, so der bürgerliche Name der charmanten Sprembergerin. Viel hat sich seitdem im Leben von Frencis, pardon, Franziska geändert. Schon als Kind nahm Franziska Wiese Violinunterricht am Cottbuser Konservatorium. Sie spielte im Südbrandenburgischen Kinder- und Jugendstreichorchester sowie in einem internationalen Jugendorchester. Parallel dazu faszinierte sie auch der Chorgesang.

Abitur und Lehre

Mit 16 legte Franziska die Geige zur Seite. Schule und später berufliche Ausbildung hatten Vorrang. Am Cottbuser Oberstufenzentrum machte sie ihr fachgebundenes Abitur und begann gleichzeitig in der Spremberger Stadtverwaltung eine Lehre als Verwaltungsangestellte. Nach der Ausbildung wechselte Franziska Wiese ins Landratsamt und arbeitete im Jobcenter. "Ich wollte mit Menschen zusammenarbeiten, wollte viel Bürgerkontakt haben", verrät sie. Leider war der Job auch mit viel Papierkram verbunden. Franziska konnte nicht mehr so kreativ sein wie sie wollte. Sie suchte sich ein Hobby, fand es im Gesang und hatte plötzlich einen Wunsch: "Beim Spremberger Heimatfest gab es immer die Rock-Pop-Dance-Convention. Musikschüler durften auf der großen Freilichtbühne vor Publikum auftreten. Da wollte ich auch stehen!"

2010 wurde aus Franziska Frencis. Erste Erfolge stellten sich ein, die Auftritte nahmen zu. 2013 kündigte Franziska Wiese beim Landratsamt und widmete sich ab sofort nur noch der Musik. Aus einem Hobby wurde ein Beruf. Viele Auftritte bei Stadtfesten, Betriebsveranstaltungen und Galas folgten. Franziskas Mutti kümmerte sich derweil um die Buchungsanfragen. Sie war es auch, die ihrer Tochter riet, mal etwas Eigenes zu singen statt immer nur Coverversionen. Eine Sängerin müsse sich auch weiterentwickeln.

Entdeckerin Veronika Jarzombek

Emsig wurden Mails an Veranstalter und Produzenten geschickt. Eine dieser Mails wurde an Veronika Jarzombek weitergeleitet. Seit 38 Jahren ist Veronika Jarzombek als Künstlermanagerin tätig und hat ein Gespür für hoffnungsvolle Talente. Zu DDR-Zeiten entdeckte sie unter anderen die "M.-Jones-Band" und "Rosalili" (die erste Band der "Puhdys"-Söhne). Zu Jarzombeks größten Entdeckungen gehören auch Künstlerinnen wie Yvonne Catterfeld oder Linda Hesse.

"Franziska hat etwas Außergewöhnliches in der Stimme!", schwärmt die Managerin und nahm Frencis unter Vertrag. Veronika Jarzombek machte Frencis mit dem Sänger und Produzenten André Stade bekannt. Gemeinsam nahm man im Tonstudio ein paar Demo-Songs auf, mit denen man sich bei den großen Plattenfirmen vorstellen wollte. Zwar wollte Franziska, die inzwischen ihren Künstlernamen Frencis abgelegt hatte, nur singen, erwähnte aber beiläufig, dass sie auch Geige spielen könne. Sofort wurde ausprobiert, wie es klingt, wenn Franziskas Gesang und ihr Violinspiel zusammenkommen. Mit sechs Demo-Songs fuhr Franziska zum Plattenmeeting. Sogar mit der Geige spielte sie vor. Das Ergebnis: ein Plattenvertrag bei "Electrola", einem Label der "Universal Music", und viele Stunden im Tonstudio, um Titel für das Album einzusingen.

Erstes Album Ende Juli

Franziskas erstes Album mit dem schönen Titel "Sinfonie der Träume" erscheint voraussichtlich Ende Juli. Produziert wurde es von André Stade und Thorsten Brötzmann als Co-Produzent. An den Texten hat Franziska mitgeschrieben, ebenso an den Melodien. Immer zu hören ist auch ihre Violine. "Die Musikrichtung lässt sich schwer einordnen. Es ist ein Mix aus Pop, Schlager, einigen Ethno-Einflüssen und auch rockigen Klängen", sagt Franziska. Crossover - so lautet der Fachbegriff, also das Ineinandergreifen verschiedenster Stile. Die erste Single-Auskopplung "Ich bin frei", ein sehr persönlicher Titel, läuft seit April sehr erfolgreich in diversen Hitparaden. In den deutschen "Airplay-Charts (konservativ)", der Hitliste der am meisten im Radio gespielten Titel, stieg "Ich bin frei" bis auf Platz 5. Davor platziert waren nur Matthias Reim, Nicole, Andrea Berg und Vanessa Mai. Franziska Wiese spielt auf einmal auch für sie überraschend in einer für sie völlig neuen Liga: "Man kann sich kaum vorstellen, dass man plötzlich mit solchen Giganten wie Andrea Berg im direkten Wettbewerb steht! Jetzt freue ich mich schon wahnsinnig auf die Veröffentlichung meines ersten Albums. Ich möchte unbedingt einmal meinen Namen in den Top 100 der meistverkauften Alben lesen!"

Den Ritterschlag erhielt Franziska Wiese am 16. April in der Fernsehsendung "Das große Schlagerfest" mit Florian Silbereisen. Als Newcomerin vorgestellt, bezauberte Franziska das Publikum. Über fünf Millionen Zuschauer verfolgten den Auftritt Franziskas.

Für die ARD-Dokumentation "Schlagerland Deutschland" stand Franziska mehrmals vor der Kamera. Gedreht wurde auch in Spremberg, unter anderem an ihrem ehemaligen Arbeitsplatz in der Stadtverwaltung. Die Ausstrahlung der 90-minütigen Dokumentation ist für den Herbst geplant. Im Fernsehen ist sie demnächst auch am 26. Juni im "ZDF-Fernsehgarten", am 9. Juli beim MDR ("Die Schlager des Sommers" mit Florian Silbereisen) und am 24. Juli bei "Immer wieder sonntags" in der ARD zu sehen.

Am 20. August ist sie Gast beim Mieterfest der Spremberger Wohnungsbaugenossenschaft. Zuvor steht Franziska am 19. Juni beim Johannismarkt in Straupitz (Dahme-Spreewald) und am 16. Juli in Sophienthal im Oderbruch auf der Bühne.