Unter dem Titel "Es gibt Tage . . ." versammelt der Künstler Lieder, die er vor mehr als 45 Jahren in der DDR geschrieben hat - und die dort zum Teil der Zensur zum Opfer fielen.

"Es war der Wunsch meiner Frau, diese Lieder nochmal zum Leben zu bringen", sagt Mueller-Stahl. "Als ich mich mit meinem alten Freund Günther Fischer ans Klavier setzte, kamen die alten Gefühle wieder hoch. Wir haben versucht, die bedrückenden Gefühle von damals musikalisch heiter rüberzubringen."

Die Songs erzählen skurril und zugleich poetisch von Alltagssituationen in der DDR, von Liebe und Trauer, Schikanen und Angst. Oft sind die Botschaften nur angedeutet oder verschlüsselt, wie etwa im Lied von der "Blauen Kuh" oder in der Stasi-Ballade "Marie hat eine Nase".

"Man durfte ja in der DDR vieles nicht so ausdrücken wie man wollte", sagt Mueller-Stahl.

Der Künstler lebte seit den 50er-Jahren in Ostberlin und avancierte dort zum vielleicht meistbeschäftigten und bestbezahlten Schauspieler der DDR. Nachdem er 1976 eine Resolution gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet hatte, wurde er vorübergehend kaltgestellt und verließ 1980 die DDR. Fast nahtlos konnte er in Westdeutschland eine zweite und in Hollywood eine dritte Karriere starten. dpa/pb