Zwar entgingen dem Kaiserreich die Morde nicht, doch bekannten sich die Deutschen zum Bündnis mit den Osmanen. Das ist der historische Rahmen, in dem Martin von Arndt seinen oft bitteren Politthriller "Tage der Nemesis" ansiedelt. Im Berlin der 1920er Jahre sucht ein Polizeikommissar als Antiheld nach einer Antwort auf die Frage, ob Rache moralisch sein kann. Denn eine Organisation beauftragt Killer, um die Massaker zu sühnen. Und am Horizont nähert sich die nächste Katastrophe: der Zweite Weltkrieg. Arndts detailtreuer Kriminalroman ist hochaktuell: Armenien bereitet sich derzeit auf den 100. Jahrestag der Tragödie im April 2015 vor.

Martin von Arndt: Tage der Nemesis. Verlag ars vivendi, 320 Seiten, 18,90 Euro