Grob gesagt lassen sich die insgesamt elf Veranstaltungen der diesjährigen Musikfesttage in Hoyerswerda in zwei Kategorien unterteilen: "Andächtig zuhören" und "Beschwingt mitgehen". In die erste Kategorie fällt das Eröffnungskonzert mit Werken sorbischer Komponisten am Sonntagabend um 18 Uhr in der Lausitzhalle: Zum 100. Gründungsjahr der Domowina spielen die Neue Lausitzer Philharmonie und das Orchester des Sorbischen Nationalensembles Bautzen vier Stücke, die das musikalische Erbe der Klassik und Spätromantik in die Moderne überführen: die "Metamorphosen" von Jan Rawp, ein "Konzert für Trompete und Orchester" von Alfons Janze, eine Orchestersuite von Bjarnat Krawc und "Ako Ta Ra für Orchester und Chor" von Jan Paul Nagel. Am Dirigentenpult steht Eckehard Stier, der als Generalmusikdirektor in Görlitz sowie Chefdirigent der Neuen Lausitzer Philharmonie und des neuseeländischen Auckland Philharmonia Orchestra internationales Renommee erworben hat.

Die Stars der Musikfesttage sind der Dresdner Trompeter Ludwig Güttler und der Organist Friedrich Kircheis. Am 27. April, 19.30 Uhr, gastieren sie mit einem erlesenen Barockmusikprogramm in der Johanneskirche.

Auf internationale Konzerterfolge kann auch das noch jüngere russische Geschwister- und Pianistenpaar Ekaterina und Alexander Kolodochka zurückblicken. Am 29. April, 18 Uhr, spielen die beiden im Schloss-Saal vierhändig Klavier, und zwar Werke von Smetana, Dvorak, Rachmaninoff, Liszt und Gershwin.

Einen besonderen Höhepunkt verspricht der Auftritt des bedeutenden Harfenisten Rüdiger Oppermann am 8. Mai, 19.30 Uhr, im Kaminsaal des Schlosses. Er hat auf Konzertreisen rund um den Globus die keltische Harfe populär gemacht. Als innovativer Klangtüftler setzt Oppermann das traditionelle Instrument auch für afrikanische, indische und experimentelle Musik ein.

Ebenfalls für konzentrierten Hörgenuss gedacht ist das Abschlusskonzert am 12. Mai, 16 Uhr, in der Lausitzhalle: Das vorwiegend von Schülern und Laien gebildete Sinfonische Orchester Hoyerswerda spielt zum 50-jährigen Bestehen unter anderem Mahlers 1. Sinfonie.

Einige andere Termine laden definitiv zum Mitgrooven ein: Die Top Dog Brass Band spielt am 3. Mai, 19.30 Uhr im Schloss-Saal jazzig-lässige und dabei virtuos gemachte Straßenmusik. Der Auftritt der Gruppe Power! Percussion am 6. Mai, 18 Uhr, in der Lausitzhalle macht auch optisch besonders viel hier: Die Musiker trommeln mit allerhand fantasievollen Gerätschaften und bieten dabei eine spektakuläre Licht- und Bühnenshow.

Tanzbar, aber auch melancholisch ist die Musik von Di Galitzyaner Klezmorim am 10. Mai, 19.30 Uhr, im Schloss-Saal.

Insbesondere für Kinder gedacht ist der Auftritt des Puppentheaters des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters Bautzen am 1. Mai, 10 Uhr, im Schloss-Saal. Das Ensemble setzt Prokofjews immer wieder wunderbares Musikmärchen "Peter und der Wolf" in Szene.

Außerdem sind für den 24. April und den 4. Mai eine Präsentation von Landschaftsmalerei Otto Altenkirchs sowie Auftritte von Musikschülern angekündigt. Karten und eine Programmübersicht gibt es im Internet über www.musikfesttage-hoyerswerda.de sowie an der Abendkasse.