In dem mit Effekten aufgeblasenen Streifen sucht Cusack als erfolgreicher Schriftsteller Mike Enslin in einem mörderischen Hotelzimmer das Gruseln. Dabei stößt er als Filmfigur wie als Schauspieler an Grenzen.
Weite Strecken ist Cusack ("Being John Malkovich") in den 104 Filmminuten auf sich allein gestellt, ohne auf Dialogspiele mit anderen Akteuren setzen zu können. Enslin, der nur an sich selbst glaubt, fristet ein Dasein als Einzelgänger in Hotelzimmern. Eines Tages findet er in der Post eine Ansichtskarte aus New York mit der Aufforderung: "Betreten Sie nicht Zimmer 1408!" 56 Menschen sind dort seit fast 100 Jahren ums Leben gekommen. Die Reise nach New York ist für Mike Enslin mit traurigen Erinnerungen an den Tod seiner Tochter Katie und die Trennung von seiner Frau Lilly verbunden.
Doch der Film macht sich kaum die Mühe, die in Kings Kurzgeschichte zwingend skizzenhaften Hauptfiguren mit etwas mehr Fleisch zu versehen. Die schwach entwickelten Charaktere machen es durchweg schwer mitzufiebern, wenn es richtig zur Sache geht. Nur der Direktor des Dolphin-Hotels bekommt mehr Gewicht als im Buch. Samuel L. Jackson ("Pulp Fiction") gibt diesem Manager das passende Gesicht. Er warnt Enslin eindringlich, dieses "wirklich böse Zimmer" nicht zu betreten. Es helfen kein edler Cognac, keine dicke Akte mit schaurigen Fotos und Aufzeichnungen zu den vor Blut triefenden Todesfällen. Der schreibende Gast ist nicht aufzuhalten.
Tatsächlich vergehen nach dem kruden Vorspiel nur wenige Minuten, bis es in "1408" rund geht. Das einzig Überraschende an den nun abgespulten Effekten ist, wie schnell der wagemutige Enslin die Nerven verliert. Ein Fensterladen fällt ihm auf die Hand, er blutet und verbrennt sich unter kochend heißem Leitungswasser. Er will nur noch raus, doch das Zimmer lässt ihn nicht. Fluchtversuche durchs Fenster oder die Lüftungsanlagen scheitern. Enslin gerät in eine Welt aus Sinnestäuschungen und Albträumen bis an den Rand des Wahnsinns.
Nachdem der Film - nach der Kurzgeschichte aus dem Buch "Im Kabinett des Todes" - in den USA rund 70 Millionen Dollar einspielte, gilt er als die zweiterfolgreichste King-Verfilmung nach "The Green Mile". Dabei hat "1408" anderen Gruselfilmen nichts hinzuzusetzen. Eine vorhersehbare Szene jagt die nächste. Eine Mike-Myers-Figur springt durch den Raum - ein Gruß von "Halloween: H20", ebenfalls einer Arbeit von Co-Drehbuchautor Matt Greenberg.
Lang lässt Regisseur Håfström seinen Protagonisten zappeln. Die vielen Nahaufnahmen von Enslins Gesicht zeigen allzu deutlich, dass Cusack im Grunde wenig mitzuteilen hat. Auch die tödlichen Geheimnisse des alten Hotelzimmers gehen verschütt im Chaos der Effekte. Ein Radiowecker spielt verrückt, die Klimaanlage wechselt zwischen Tropenhitze und Eiszeit, Wände zerbröckeln und bluten. Geister schwirren durch den Raum und springen aus dem Fenster. Gemälde erwachen zum Leben. Und wie es kommen muss, begegnet Enslin schließlich noch dem Geist seiner Tochter Katie.
(USA 2007, von Mikael Hafström, mit John Cusack, Samuel L. Jackson, Mary McCormack)