Das Risiko für ischämische Schlaganfälle - also den Verschluss eines Gefäßes im Gehirn - lag bei ihnen um 66 Prozent höher als bei Menschen mit gleichen Risikofaktoren, die nicht an Alzheimer litten. Das Risiko für Hirnblutungen war sogar um 70 Prozent erhöht.

Untersucht wurden für die Studie 980 Alzheimer-Patienten. Ausgeschlossen waren dabei bereits Patienten mit einem erhöhten Schlaganfall-Risiko durch eine sogenannte vaskuläre Demenz. Diese Patienten leiden unter Durchblutungsstörungen des Gehirns, in deren Folge es zu Gedächtnisverlust durch das Absterben von Nervenzellen kommt. Das internationale Fachjournal "Neurology" veröffentlichte jetzt die Ergebnisse der Studie.

Die Zusammenhänge zwischen Demenzerkrankungen und Schlaganfall werden seit Jahren erforscht. Oft geht es dabei um die Frage, wie weit leichte Schlaganfälle Vorboten einer Demenz sein können. Erst im vergangenen Frühjahr starb die frühere britische Premierministerin Margaret Thatcher an den Folgen eines Schlaganfalls, nachdem sie seit Jahren an einer Demenz gelitten hatte.

Ein Schlüssel zu wirksamer Prävention könnte in der dauerhaften Senkung des Bluthochdrucks liegen. Verschiedene Studienergebnisse deuten darauf hin, dass Bluthochdruck schon in jüngeren Jahren ein wesentlicher Risikofaktor für eine spätere Demenz sein kann. Da er gleichzeitig die häufigste Ursache für einen Schlaganfall ist, nutzt eine solche Prävention dem Hirn gleich doppelt.

Von den etwa 1,4 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen leiden ungefähr 60 Prozent davon an einer Demenz vom Typ Alzheimer. "Ihre Zahl wird bis 2050 auf drei Millionen steigen, sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt", erklärt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft.