Wer am Dienstag beim Vortrag über die Mentalität der Deutschen und Polen an der Cottbuser Schule für Niedersorbische Sprache und Kultur dabei war, der konnte erfahren, welche Verhaltensweisen in der gegenseitigen Kommunikation als "falsch" betrachtet werden.
Der Referent, Dr. Krzysztof Wojciechowski vom Collegium Polonicum in Slubice (bei Frankfurt/Oder) versuchte, die größten Mentalitätsunterschiede an alltäglichen Beispielen zu zeigen und ihre Gründe zu erklären. Davon, dass solche Veranstaltungen nützlich sind, zeugt die Zahl der Teilnehmer. Neben den Stammbesuchern der Niedersorbischen Schule, nahmen am Seminar auch Kleinunternehmer, Lehrer und Studenten teil. "Über 80 Personen sind gekommen, während wir mit zirka 30 gerechnet haben," freute sich die Organisatorin der Veranstaltung, Maria Elikowska-Winkler. Es war ihre Initiative, Krzysztof Wojciechowski einzuladen, der auf der polnischen Seite eine namhafte Kapazität im Bereich der deutsch-polnischen Beziehungen geworden ist. Sein Vortrag, den er in Form einer lockeren und unterhaltsamen Erzählung hielt, kam beim Publikum gut an. Amüsante, manchmal absurde Begründungen seiner Thesen ließen keine Langeweile bei der über zweistündigen Veranstaltung aufkommen.
So erfuhren die Zuhörer nicht nur, wie sich Deutsche und Polen bei Verhandlungen oder beim Arzt verhalten oder wie sie ihre Babys behüten, sondern auch, dass Sachsen-Anhalt das Land der Frühaufsteher ist und dass der Mensch 47 Prozent Gene gemeinsam mit Radieschen hat. Vom Interesse der Zuhörer zeugten rege Reaktionen sowie Fragen und Bitten um praktische Tipps, die bei persönlichen Kontakten behilflich sein könnten.
Manche Zuhörer, besonders diejenigen, die schon eigene Erfahrungen in Polen gemacht hatten, fanden den Inhalt ein bisschen zu verallgemeinernd, aber trotzdem interessant. Es sei wichtig, über das wirtschaftlich boomende Nachbarland gut informiert zu sein. Das Seminar fand im Rahmen des Programms "Unsere Euroregion" der Niedersorbischen Schule statt.