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| 15:52 Uhr

Star-Geburtstag
Das Multitalent mit der unverwechselbaren Stimme

Ein Mulitalent –  Schauspieler und Sänger Adriano Celentano.
Ein Mulitalent – Schauspieler und Sänger Adriano Celentano. FOTO: Franz-Peter Tschauner / dpa
Rom. (dpa/ik) Das muss Celentano erstmal einer nachmachen: Als er Mitte November 2016 mit seiner Duettpartnerin Mina das Album „Le migliori“ („Die Besten“) herausbrachte, reichte die verbleibende Zeit bis Neujahr völlig aus, um auf das meistverkaufte Album des Jahres in Italien zu kommen. In wenigen Wochen wurden mehr als 250 000 Stück abgesetzt. Das Rentenalter hatte der mit „Azzurro“ berühmt gewordene Cantore da längst überschritten. Heute wird der Sänger, Schauspieler und TV-Moderator 80 Jahre alt.

(dpa/ik) Das muss Celentano erstmal einer nachmachen: Als er Mitte November 2016 mit seiner Duettpartnerin Mina das Album „Le migliori“ („Die Besten“) herausbrachte, reichte die verbleibende Zeit bis Neujahr völlig aus, um auf das meistverkaufte Album des Jahres in Italien zu kommen. In wenigen Wochen wurden mehr als 250 000 Stück abgesetzt. Das Rentenalter hatte der mit „Azzurro“ berühmt gewordene Cantore da längst überschritten. Heute wird der Sänger, Schauspieler und TV-Moderator 80 Jahre alt.

Viele Millionen Platten weltweit hat Celentano in seinem langen Künstlerleben abgesetzt, er gilt als einer der erfolgreichsten Vertreter seiner Zunft in Italien. Seine Karriere begann der Mann mit der Reibeisenstimme, der 1938 als Sohn apulischer Zuwanderer in ärmlichen Verhältnissen in Mailand zur Welt kam, vor mehr als 60 Jahren als Rock‘n‘Roller.

Inspiriert von Bill Haley & His Comets gründete er seine erste Rockband, coverte zunächst Titel wie „Tutti Frutti“ oder „Jailhouse Rock“, bevor er in seiner Muttersprache Platten aufnahm. 1960 durfte er im Kultfilm „La Dolce Vita“ von Federico Fellini in Rom sich selber spielen und rockte mit „Ready Teddy“ die Caracalla-Thermen.

1959 gewann Celentano mit „Il tuo bacio è come un rock“ („Dein Kuss ist wie eine Rockmusik“) das Festival von Ancona. Ein Hit nach dem anderen auf Italienisch folgte, darunter „Il ragazzo della Via Gluck“ („Der Junge aus der Gluckstraße“), ein autobiografisch inspiriertes Lied, in dem er schon 1966 Themen wie Umweltschutz und Bausünden aufgriff - und das die Fans noch Jahrzehnte später bei Konzerten mitsangen. 1968 kam dann das von dem genau ein Jahr älteren Paolo Conte geschriebene „Azzurro“, das Lied von Tagträumen an einem Sommernachmittag in der Stadt und der Sehnsucht nach der fernen Frau, ein Ohrwurm, ein Stück Italiengefühl pur. Das inflationsgeplagte Italien der 70er-Jahre besingt Celentano in „Svalutation“, der Titel eine Anglisierung des Wortes „Svalutazione“ (Abwertung).

Neben der unverwechselbaren Stimme, dem markanten Gebiss und den strähnigen Haaren wurde der eigentümlich federnde Gang zu Celentanos Markenzeichen - weshalb ihn die Italiener „Il Molleggiato“ („Der Gefederte“) nennen. Als solcher machte er nicht nur auf der Bühne oder im Tonstudio „bella figura“, sondern auch vor der Kamera. Er spielte in rund 40 Filmen, die meisten eher einfach gestrickt, aber oft zum Brüllen komisch. Dazu zählen „Der gezähmte Widerspenstige“ und „Gib dem Affen Zucker“ mit Ornella Muti oder „Der Größte bin ich“. Bei etlichen Filmen führte Celentano auch Regie oder schrieb das Drehbuch, in „Yuppi Du“ gleich beides.

Den „Showman“, wie es auf Neuitalienisch heißt, kennen die Zuschauer zwischen Brenner und Brindisi, Padua und Palermo auch vom heimischen Bildschirm. In TV-Shows war er als Moderator auch um ungewöhnliche Einfälle nicht verlegen, etwa als er die Zuschauer einmal aufforderte, für fünf Minuten auszuschalten.

Verheiratet ist „Il Molleggiato“ seit 1964 mit der Schauspielerin, Sängerin und Produzentin Claudia Mori.

(dpa)