Im Laufe der nächsten zwei Stunden legt er keinen Zwischenstopp ein und wird nicht mal langsamer. Keine Balladen, kein Akustik-Set – AC/DC gibt's so was nicht im Programm.

Wo anderen Hardrock- und Metalbands gern mal Abwechslung auf die Bühne zu bringen versuchen (Streicher etc.), geht AC/DC im stoischen Gleichschritt zur Selbstdarstellung: musikalisch und auf der Bühne. Das weiß der Fan vorab und noch mehr weiß er es zu schätzen. Die Tickets für die am Donnerstag begonnene Tour waren im Nu ausverkauft, nachdem das Album „Black Ice“ die Erwartung bestätigt hatte, dass sich auch wirklich nichts Innovatives ins Schaffen eingeschlichen hat. Was in dem Falle ein Segen ist, denn es ist seit Jahrzehnten das Erfolgsgeheimnis der Band, sich auf die Essenz des Rock'n'Roll zu konzentrieren. Was zu sagen ist, wird mit wenigen Gitarrenriffs gesagt, speziell von Angus Young. Dazu singt Brian Johnson mit gequetschter Stimme die AC/DC-Litanei: Lasst uns Rocken und Spaß dabei haben.

Diesen Auftrag nehmen die Musiker ernst, nur sich selbst nicht. Wenn der immer noch schuluniformierte Angus Young nach einem Striptease als spindeldürres Männlein dasteht, ist das kein Bild eines sexy Rockgottes – und gerade deshalb alles andere als peinlich. Dass er und seine Mannen auch nicht jünger werden, hat man sowieso schon gewusst. Dass sie es nicht spüren lassen, davon konnten sie jeden Zuschauer überzeugen. Nach zwei Stunden mit all den Hits von „T.N.T.“ bis „Highway To Hell“ verabschiedeten sie sich unter tosendem Jubel. Bis zum nächsten Leipziger Auftritt im Mai im Zentralstadion.