Missmutig verfolgt der angeschlagene Jung-Reeder dort vor der Mattscheibe das Eröffnungsspiel der Fußball-WM. Die angespannte Atmosphäre lockert sich erst am Abend bei einem feucht-fröhlichen Trinkgelage, bei dem der Gastgeber durch einen folgenschweren Fehltritt aus dem Leben gerissen wird. Mit der schwarzhumorigen Komödie "Bis zum Ellenbogen", die während der WM durchs fußballbegeisterte Deutschland führt, gibt der Hamburger Schauspieler und Autor Justus von Dohnányi jetzt sein Kinofilmdebüt: absurd, amüsant, abenteuerlich.
Als Produzenten für dieses groteske Roadmovie zeichnen Bernd T. Hoefflin und Lars Büchel mit ihrer Hamburger Firma „Element e Filmproduktion“ verantwortlich, auf deren Konto bereits der preisgekrönte Kinderfilm „Paulas Geheimnis“ geht. Für die ambitionierte Low-Budget-Produktion "Bis zum Ellenbogen", die völlig ohne Förder-und Fernsehbeteiligung realisiert wurde, standen der Produktion nur knapp sechs Wochen für die Vorbereitung zur Verfügung. "Die Zeitknappheit hat diesem Projekt Flügel verliehen", sagt Hoefflin, der mit von Dohnányi bereits den Kurzfilm "Treppe" gedreht hat. Ein halbes Jahr nachdem ihm dieser sein Skript vorlegte, mussten bereits die Dreharbeiten beginnen, weil die Geschichte unmittelbar während der Fußball-WM spielt. ",Bis zum Ellenbogen' beginnt mit dem Eröffnungsspiel und endet mit dem Endspiel", unterstreicht von Dohnányi.
Nach dem tragischen Tod des Gastgebers - eines Sylter Bankangestellten - beschließt das ungleiche Duo, die Leiche nach Sylt zu bringen und dort die Bank auszurauben. Denn kurz vor seinem Ableben hat ihr Kumpel den beiden von dem Schwarzgeld im Tresor und dem Schlüssel dazu erzählt. Ihre abenteuerliche Odyssee führt sie durch ein Land, das von der Fußball-WM förmlich elektrisiert ist. "Ich habe Deutschland selten so locker und fröhlich erlebt", so Liefers. Da "Bis zum Ellenbogen" an zahlreichen Orten spielt, blieb der Produktion nur wenig Zeit für die Motivsuche. Zu den verschiedenen Schauplätzen des Films gehörten diverse Motive in der Schweiz, im Großraum Stuttgart, auf Sylt sowie die WM-Fanmeile auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg.
Die kleine Filmcrew inklusive der Schauspieler bestand meistens nur aus zwölf Mitgliedern, sodass sie sich auf der Fanmeile unauffällig unter das Volk mischen konnte. „Unser Fokus lag auf unseren Hauptdarstellern, die sich mit einer Leiche in der Mülltonne dorthin begeben“ , sagt der Produzent. Beim Dreh räumte der Regisseur seinen Darstellern viel Freiheit ein und ließ sie auch bei den Dialogen gerne improvisieren. "Justus von Dohnányi ist wahnsinnig uneitel", schwärmt Kurt. Der Regisseur selbst schlüpfte hingegen überwiegend in die Rolle der Leiche. (Deutschland 2007, 85 Min., FSK ab 12, von Justus von Dohnanyi, mit Jan Josef Liefers, Stefan Kurt, Devid Striesow)