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| 01:40 Uhr

Abschluss im öffentlichen Dienst stellt nicht alle zufrieden

Potsdam. Es war eine der schnelleren Tarifrunden in der Geschichte des öffentlichen Dienstes: Am Donnerstagabend einigten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber in der dritten Runde auf mehr Geld für die rund 600 000 Angestellten der Länder. Damit bleiben die Bürger nun auch vor weiteren Warnstreiks in den Landesverwaltungen verschont.

Es gibt aber eine Ausnahme: Die angestellten Lehrer wollen weiter auf die Straße gehen. Bei ihnen gab es am Donnerstag lange Gesichter. Ein für sie wichtiges Thema wurde vertagt, weil sich Gewerkschaften und Arbeitgeber nicht einig wurden.

“Es waren harte Verhandlungen, aber (. . .) ausgesprochen faire Verhandlungen„, sagte der Verhandlungsführer der Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), als die ersten Buh-Rufe von Gewerkschaftern einsetzten. Zwar bekommen die Landes-Angestellten mehr Geld, nämlich im laufenden Jahr eine Einmalzahlung von 360 Euro und zum 1. April eine lineare Erhöhung von 1,5 Prozent und im nächsten Jahr einen monatlichen Sockelbetrag von 17 Euro und eine lineare Erhöhung von weiteren 1,9 Prozent. Aber die Entscheidung darüber, in welche Gehaltsklassen angestellte Lehrer eingruppiert werden, bleibt nach wie vor alleine den Arbeitgebern überlassen.

Die Gewerkschaften wollten die Eingruppierung per Tarifvertrag regeln, um das “vordemokratische Relikt„ - so verdi-Chef Frank Bsirske - endlich zu beseitigen.

Der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut, hält das Ergebnis für “akzeptabel„. “Es ist kein Grund zur Euphorie, aber auch kein Grund zum Jammern.„ Die Länder müssen entscheiden, ob sie das Ergebnis auf die Beamten übertragen. dpa/kr