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| 02:37 Uhr

"Aber ich hätte es gerne getan . . ."

Christoph (l.) und Johannes vom Cottbuser Studentenkabarett "Die Ehrlichen".
Christoph (l.) und Johannes vom Cottbuser Studentenkabarett "Die Ehrlichen". FOTO: dpa
Cottbus. Bücher weg und rauf auf die Bühne: In Deutschland gibt es an einigen Hochschulen Studenten-Kabarettgruppen. Bei dem bundesweiten Treffen in Cottbus können sie sich vernetzen. dpa/pb

Student Johannes hat momentan ein großes Zeitproblem. Neben dem Pauken für das Fach Wirtschaftsingenieurwesen steht er in Cottbus täglich auf einer Bühne - bislang noch zum Proben. "Der pure Stress", sagt der 29-Jährige. In einem Raum auf dem Uni-Campus hat er sich ein Stirnband übergezogen und nimmt eine Gitarre in die Hand. Mit anderen Studenten tritt er hier am Mittwoch in Cottbus anlässlich des bundesweiten Kabarett-Treffens der Studenten auf. Das Festival in der Lausitzstadt hat eine lange Tradition. Am Donnerstag beginnt offiziell die diesjährige Auflage. Das Treffen geht in die 22. Runde, 1996 startete es.

Seit mehreren Jahren macht Johannes in seiner Freizeit Kabarett. "Es ist unterhaltsam, lustig und hat eine Botschaft", betont er. Er gehört zum Cottbuser Studenten-Kabarett "Die Ehrlichen". Für dieses Festival hat sich das Ensemble ein Stück ausgedacht, das mit der Rückkehr eines Soldaten aus dem Afghanistan-Krieg beginnt. Neben Johannes sitzt Christof auf der Probenbühne. Er stellt die Figur des Soldaten dar. "Ich habe keinen erschossen. Aber ich hätte es gerne getan."

Zum Kabarett-Treffen "Ei(n)fälle", das bis zum Sonntag dauert, werden rund 27 Solisten und Gruppen aus ganz Deutschland erwartet, wie Organisator An dreas Gaber vom Studentenwerk Frankfurt (Oder) erläutert. Insgesamt seien es 100 Teilnehmer. Seit Jahren sind die Zahlen stabil.

Die Gruppen und Solisten kommen aus mehreren Bundesländern. Mit dabei sind Studenten aus Berlin, Leipzig, Halle, Magdeburg, Karlsruhe, Essen, Rostock, München und Hamburg. "Es ist eine stabile, aber kleine Szene", sagt Gaber über die Studenten-Kabarett-Landschaft in Deutschland.

Bei dem Festival gibt es keinen Wettbewerb und keine Preise, die Gruppen treten also nicht gegeneinander an. "Der Schwerpunkt liegt darin, dass die Studenten sich vernetzen", sagt Gaber.

Gespielt wird an mehreren Orten in Cottbus, die Eröffnung ist im Staatstheater. Als Themen werden Terror, aber auch die Flüchtlingspolitik und der Bundestagswahlkampf aufgegriffen. Daneben gebe es auch literarisches und musikalisches Kabarett, sagt Gaber.

Zum Aufwärmen fürs Festival findet am heutigen Dienstag zum fünften Mal der Redewettbewerb Science Slam statt.