| 16:41 Uhr

A Was für ein irrer Abgang

MDR In Leipzig starteten die Dreharbeiten zum neuen MDR-TATORT "Niedere Instinkte" (AT), dem letzten Fall der Hauptkommissare Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke). Auch der Lehrer Wolfgang Prickel (Jens Albinus, rechts) und seine Frau Vivien Prickel (Susanne Wolff, links) machen sich Sorgen um die vermisste Magdalena.
MDR In Leipzig starteten die Dreharbeiten zum neuen MDR-TATORT "Niedere Instinkte" (AT), dem letzten Fall der Hauptkommissare Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke). Auch der Lehrer Wolfgang Prickel (Jens Albinus, rechts) und seine Frau Vivien Prickel (Susanne Wolff, links) machen sich Sorgen um die vermisste Magdalena. FOTO: ARD/Presse
Leipzig. Da hatte ich den Bleistift schon gespitzt, um den Leipziger Ermittlern zum Schluss noch mal richtig einen auf den Deckel zu geben – gut, dass die Sachsen-Kommissare endlich vom Bildschirm verschwinden, schlimm, wie die Kommissarin vor lauter Angst um ihre Frisur nur auf äußerster Sparflamme spielt, noch schlimmer, wie ein so guter Schauspieler wie Martin Wuttke 90 Minuten lang im ersten Gang versucht, die schauspielerischen Fehltritte seiner Kollegin auszubügeln. … Daniel Schauff

Ganz kurz zu Beginn des letzten Leipzig-Krimis hätte man noch denken können, die Sachsen versuchten, den Grimme-Preis-Tatort mit Tukur zu kopieren. Dort hatte man sich schließlich auch direkt an die Zuschauer gewandt und einen auf Shakespeare gemacht. Was aber die Leipziger gemacht haben, geht einen Schritt weiter - statt Dutzende literarische und filmische Zitate aneinanderzureihen, zitieren die Sachsen ganz einfach den Tukur-Tatort. Und das mit so viel Ironie, dass man gar nicht umhin kann, zu lachen, mitzufiebern und sich schuldig zu fühlen, weil man ja so oft etwas Schlechtes über Keppler und Saalfeld gesagt hatte.

Gut, der gemeine Tatort-Purist wird den letzten Leipziger Krimi wahrscheinlich ziemlich sinnlos und überdreht gefunden haben. War er auch. Aber überdreht ist ja nicht gleich schlecht.

Vielleicht war ein solches Drehbuch in der Tat nur möglich, weil's der letzte Fall für die Kommissare Saalfeld und Keppler war. Was für ein irrer Abgang.