Ihr habt eine sehr erfolgreiche Frühjahrstournee hinter euch. Was hat euch beflügelt, jetzt ein paar Konzerte ranzuhängen?
Der Erfolg hat uns beflügelt. Die Konzerte haben so viel Spaß gemacht, dass wir es schade fanden, wie schnell die Tour zu Ende war. Also machen wir im November einfach noch ein bisschen weiter. In Zwickau mussten wir sowieso eins nachholen, das wegen Krankheit ausgefallen war.

Eure aktuelle CD heißt "Endlich" - ein mehrdeutiges Wort. Endlich, worauf bezieht es sich?
Das bezieht sich einmal darauf, dass das Album endlich fertig geworden ist, das hat anderthalb Jahre gedauert. Andererseits steckt in diesem "Endlich" auch die Einsicht, dass nichts unendlich ist, auch nicht ein Leben.

Ihr nehmt mit dem Album Bezug auf den Krebstod eures Saxofonisten Lorenz Allacher vor zwei Jahren?
Es waren ja zwei Bandmitglieder an Krebs erkrankt. Manne Uhlig hat es geschafft, die Krankheit zu überwinden, Lorenz Allacher nicht. Wir sind immer noch sehr traurig, dass er nicht mehr bei uns ist. Wir haben seinen Platz auch nicht neu besetzt.

Auf der Webseite ist zu lesen, dass das Album stark autobiografische Züge trägt. Was an Persönlichem ist eingeflossen?
Natürlich lassen Schicksalsschläge nicht kalt. Freundschaft, Verlust, Tod sind als Themen auf dem Album zu finden.

Es sind meist nachdenkliche, traurige Lieder, sehr emotional. Warum wirken gerade bedrückende Erlebnisse so nachhaltig?
Glück ist einfach da, und man genießt es. Tragische, traurige Erlebnisse muss man versuchen zu verarbeiten, man muss sich also damit auseinandersetzen.

Gibt es typische Gleis-8-Musik?
Das behaupten einige, aber ich glaube das nicht. Wir machen das, was uns Spaß macht oder was uns gerade einfällt. Wir gehen ja nicht ran und sagen, das muss so und so klingen. Dass dann mehrere Songs wie aus einem Guss klingen, passiert eher zufällig.

Was ist zuerst da, die Texte oder die Musik?
Das läuft bei uns parallel. Einer spielt eine Melodie, die anderen sitzen dabei und denken über den Text nach. Das wechselt auch.

"Rosenstolz" war platinverwöhnt. Wie ist das, wenn man dann wieder ganz von vorne anfängt?
Es ist toll, super. Man fühlt sich wieder frisch und jung. Wir haben ja eine ganz neue Band gegründet. Lorenz Allacher kannte ich schon sehr gut, Timo Dorsch hatte auch schon bei Rosenstolz gearbeitet, hinter der Bühne. Manne Uhlig ist wiederum schon lange mit Timo befreundet - so dachten wir uns, die Konstellation stimmt, wir probieren das mal aus.

Was die Fans nach wie vor bewegt - könnte es sein, dass Anna R. und Peter Plate wieder zu Rosenstolz werden?
Ausgeschlossen ist gar nichts, aber für mich ist das in der nächsten Zeit nicht vorstellbar und ich glaube, für Peter auch nicht. Der hat gerade genug zu tun.

Was erwartet die Besucher beim Konzert in Görlitz?
Ich hoffe, sie haben zwei Stunden ordentlich Spaß, so wie wir. Wir sind auch nicht nur zu dritt auf der Bühne, sondern haben noch paar andere Musiker dabei. Die Titel vom "Endlich"-Album spielen wir komplett und noch einige vom ersten "Bleibt das immer so".

Mit Anna R. sprach

Renate Marschall

Tickets: Tel.: 0341 9800098