"Ich gehöre zu der Generation, die das Glück hatte, diese Musik wirklich zu leben", sagt der Musiker zu Beginn des Konzertes. Schon nach den ersten Titeln wissen die Zuhörer: Gotte Gottschalk lebt die Musik "seiner" Zeit bis heute. Er lebt mit und für die Rockmusik. Aus ihr bezieht er die Kraft, die er mit ihr zu geben vermag. Mit seiner Stimme, Gefühl und musikalischer Klasse spielt er in Geisendorf die großen Titel der Rockmusik, Songs der Beatles und Rolling Stones, Klassiker von Bob Dylan oder Eric Clapton. Kaum ein Titel, an den sich die Zuhörer nicht erinnern, bei dem sie nicht schon nach wenigen Akkorden in eigene Erinnerungen versinken, dem Klang und Rhythmus der vertrauten Melodien folgen. Zwischen den Liedern erzählt Gottschalk seine Geschichte: den Weg zur Musik, Vorbilder, erste Erfolge und Enttäuschungen. Gotte Gottschalk erzählt und singt, spielt auf der Gitarre und Mundharmonika und erntet den Beifall des Publikums.
Er erinnert sich an die Zeit bei den "Nautiks" zu Beginn der siebziger Jahre, das Studium in Weimar, an sein Wirken in der Horst-Krüger-Band und die von ihm gegründete Gruppe "Neue Generation", berichtet von den Beweggründen, als Solist zu arbeiten und den Weg zum ersten Soloalbum.
So singt und spielt Gotte Gottschalk an diesem Abend nicht nur internationale Hits, sondern auch eigene, deutsche Lieder. Mit Songs wie "Wenn ich auf dem Rücken lieg" oder "Die Tagesreise" begeistert er das Publikum. Eigenen Liedern folgen internationale Rockballaden, gekonnte Arrangements voller Leidenschaft und Kreativität. Die "kleine Rockgeschichte" ist längst eine große geworden, der Geist dieser zeitlosen Musik füllt den Geisendorfer Musiksalon. Ganz gleich ob Stücke von Eric Clapton oder Phil Collins, Manfred Mann oder Rod Stewarts - in jedem Song scheint ein Stück eigene Erfahrung zu liegen.
1985 verlässt Gotte Gottschalk die DDR, lässt sich in München nieder und beginnt quasi von vorn. Er arbeitet als Studiomusiker, komponiert für zahlreiche Solisten, u.a. für Rex Gildo oder Gabi Albrecht.
Mitte der neunziger Jahre erkrankt er an Krebs, besiegt die Krankheit und kehrt zur Rockmusik zurück. Seit 1999 tritt er wieder im Solokonzert und gemeinsam mit der Gruppe "Vital" auf. "Ich habe für mich den Entschluss gefasst, nur noch die Lieder zu singen, die ich gern singen möchte".
Wie Musik klingt, für die man lebt und die man gern singt, erleben die Gäste des Musikforums in dem über dreistündigen Konzert. Die Spielfreude lässt den Musiker die Zeit vergessen. Die Töne scheinen ihm Kraft und Energie zu spenden, der Beifall und die Begeisterung der Gäste motivieren zusätzlich, sind Anerkennung für einen Abend leidenschaftlicher Musik.
"Gotte auf Geisendorf - endlich da!", heißt es im Flyer zum Konzert. Nach dem Konzert besteht Einigkeit: "Gotte auf Geisendorf" hat den Musiksalon auf wunderbare Weise bereichert.
Vorschau: Donnerstag, 20. September, 19 Uhr, Geisendorfer Literaturforum mit Dr. Hans Stilett