Die Kulturstiftung Pro Europa würdigte damit bei einem Konzert in Peenemünde auf der Ostseeinsel Usedom das künstlerische Schaffen "des herausragenden Dirigenten und Weltbürgers". Als Botschafter europäischer Kultur und Werte sowie als engagierter Förderer musikalischer Nachwuchstalente habe sich der 86-Jährige große Verdienste erworben, begründete der Co-Präsident der Stiftung, Wolfgang Kenntemich, die Preisvergabe. Zudem hätten sein humanitäres Engagement und seine menschliche Größe der friedlichen Revolution von 1989 maßgebliche Impulse gegeben. Der Komponist Siegfried Matthus würdigte Masur in seiner Laudatio als "universellen Weltmusiker mit einer tiefen menschlichen Aufrichtigkeit".

Auf einem Hocker sitzend, bedankte sich Masur in einer bewegenden spontanen Ansprache. "Es gibt keine schwierigeren Momente, als Danke zu sagen für etwas, was man getan hat, weil man es tun musste."

Dann richtete er einen Appell an das Publikum: "Versuchen Sie, an etwas zu glauben, was Sie glaubwürdig finden." Stehend und mit minutenlangem Applaus zollten ihm die rund 1100 Zuhörer im Kraftwerk Peenemünde Respekt. Nach längerer Pause hatte Masur an diesem Abend erstmals wieder bei einem Konzert dirigiert. Das Sonderkonzert zum 20. Jubiläum des Usedomer Musikfestivals mit dem "Baltic Youth Philharmonic" war sein erster Auftritt nach einem Sturz vor sieben Monaten.

Mit minimalistischen Gesten, aber beachtlicher Präsenz leitete Masur die Ouvertüre der Wagner-Oper "Die Meistersinger von Nürnberg".