Geburtstag, und die besten Jahre sind für Reiner längst noch nicht vorbei. In Steven Soderberghs "Ocean's Twelve" und der neuen Folge "Ocean's Thirteen", die im Juni in die deutschen Kinos kommt, wartet Reiner als Helfer des Gauners Danny Ocean mit neuen Tricks auf.
Dabei war die Schauspielerei für den Regisseur, Produzenten, Drehbuchautor und Komiker lange Zeit nur Nebensache. Filmgeschichte schrieb er vor allem mit dem Streifen "Tote tragen keine Karos" (1982). Mit seiner verblüffenden Montagetechnik arbeitete der Regisseur zahlreiche Originalausschnitte berühmter Filmklassiker so kunstvoll in die neue Handlung ein, dass sein trotteliger Privatdetektiv (Steve Martin) wie auf einer Zeitreise durch die Geschichte des Kinos so ziemlich allen begegnet, die im "film noir" der 40er-Jahre Rang und Namen hatten: von Barbara Stanwyck und Ava Gardner über Ingrid Bergman und James Cagney bis hin zu Bette Davis, Lana Turner oder Humphrey Bogart.
Mit "Reichtum ist keine Schande" (1979) und "Solo für Zwei" (1984), in den Hauptrollen ebenfalls Steve Martin, landete Reiner weitere Kassenschlager. Sein Debüt als Filmregisseur hatte er 1967 mit der Verfilmung seines autobiografischen Romans "Enter Laughing" gegeben. Als Erfinder der Sitcom-Reihe "The Dick Van Dyke Show" schrieb Reiner in den 60er-Jahren überdies amerikanische Fernsehgeschichte. Für sein vorläufig letztes Regie-Projekt "Noch einmal mit Gefühl" holte er 1997 Bette Midler vor die Kamera.
Sein Talent zum Komiker entdeckte der im New Yorker Stadtteil Bronx aufgewachsene Reiner während des Zweiten Weltkriegs als Alleinunterhalter für US-Soldaten im Pazifik. Nach seiner Entlassung aus der Armee war er in Broadway-Shows zu sehen, bevor ihm der landesweite Durchbruch als Komiker auf dem Bildschirm gelang. Er wurde später in die Television Hall of Fame aufgenommen und mit dem Mark Twain Prize for American Humor ausgezeichnet.
Seit über 60 Jahren ist er mit der Jazzsängerin Estelle Lebost verheiratet und dürfte auf eines seiner drei Kinder besonders stolz sein. Mit Filmen wie "Harry und Sally" (1989), "Schlaflos in Seattle" (1993) oder "Wo die Liebe hinfällt" (2005) ist Sohn Rob erfolgreich in die Fußstapfen seines berühmten Vaters getreten.