Die ersten drei Preise dieser Festivalwoche sind vergeben. 20 Beiträge waren bei der 13. Cottbuser Filmschau ins Rennen gegangen - aufstrebende Talente und ambitionierte Filmemacher aus der Region Berlin-Brandenburg und der sächsischen Lausitz hatten wieder ihre Kurzformate auf die große Leinwand im Jugendstilsaal des Cottbuser Weltspiegels geschickt. Die Arbeiten beschäftigten sich mit dem Braunkohlebergbau in der Region, Flüchtlingen und deren Erfahrungen, mit Aspekten sorbischer Kultur oder auch mit Schwierigkeiten moderner Kommunikation und mit Unternehmens"kultur".

Hatten sie es einfach? Nein

Über die Vergabe von zwei der drei Preise entschied eine dreiköpfige Jury. Sie bestand aus dem Vorjahressieger und Medienpädagogen Heino Neumann, dem Produzenten und Produktionsstudenten an der Filmakademie Baden-Württemberg Holger Bergmann sowie dem Referenten für kulturelle Angelegenheiten beim Bund Lausitzer Sorben Domowina, Clemens Skoda. Hatten die drei es einfach? Nein. Gewann vielleicht "#Heinz", siegte "Eeene", ging "Männer, die aufs Han dys starren" als Nummer 1 durchs Ziel - alles Filme, die für reichlich Spaß beim Publikum sorgten? Nein. Oder konnte sich der animierte "Ikarus" durchsetzen, ein superkurzer Film von gerade mal einer Minute Länge? Auch nicht. Schade. Die Leistungsdichte war eben recht hoch.

Den Hauptpreis im Wert von 1500 Euro, gestiftet von arvato Services Cottbus GmbH, vergaben die Juroren an "Seele ohne Sorgen" von Atheer Adel. Er hat einen Puppenfilm vorgelegt, in dem eine Flaschenpost an einem einsamen Strand eine Kette von Ereignissen in Gang setzt. Juror Bergmann: "Das war handgemachte Animation mit einem fantastischen Lied und einer bewegenden Geschichte. Da gab es kaum Diskussionen, diesen Film hatte jeder Juror in seinen Top Drei."

Vergänglichkeit des Lebens

Der Sonderpreis der Stiftung für das sorbische Volk über 1000 Euro ging an "Mer" von Anne-Kathrin Schöler-Rensch und Clemens Schiesko. Der Film hat die Vergänglichkeit des Lebens zum Thema und war einer von immerhin vier Beiträgen, die sich mit sorbischen Themen befassten.

Das Publikum hatte sich - wie schon erwähnt - zum Teil köstlich amüsiert. Was aber ganz und gar nicht heißt, dass "seriöse" Produktionen durchfallen müssen. Auch bei der Zuschauer-Abstimmung war die Entscheidung knapp, wie Christian Mattheé, Moderator der Filmschau, mitteilte. Der Publikumspreis, ein Einkaufsgutschein der Cottbuser Spreegalerie im Wert von 250 Euro, ging schließlich an "Kinder der Erde" von Ron Petraß, ein animiertes Musikvideo zum gleichnamigen Musikstück des Cottbuser Liedermachers Thorsten Karow.

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