Und das Unterfestival Osteuropäische Orgelmusiktage, das dortige Musiker fördern und in Deutschland bekannter machen soll, wird zum Ausklang schon als Nr. 11 ausgerichtet - oft mit Terminen davor oder danach noch in anderen Orten. Damit die Anreise lohnt.
Und dies alles Jahr für Jahr im Zeichen der Ökumene: Austragungsort ist nun seit Jahren die katholische St. Antoniuskirche, die über die große Orgel aus der Werkstatt der Dresdner Firma Jehmlich verfügt - größer als die Königin der Instrumente in der evangelischen Kirche im Ortszentrum, wo alles begann, weil Kirchgemeinderat Bönisch besonderer Liebhaber der klingenden Pfeifen und Register ist und die Initiative ergriff. Inzwischen gibt es schon Mitschnitt-CD und Konzert-Übertragungen im Rundfunk Berlin-Brandenburg.
Wieder sind es drei dem Osteuropäischen gewidmete Abende in dieser Woche: Ab heute bis zum Samstag, jeweils 19.30 beginnend, aber heute Abend sogar zweiteilig: mit Fortsetzung nach kurzer Pause mit kleinem Imbiss und Getränken ab 21 Uhr.
Heute gastiert die große russische Organistin Jewgenia Lissitsina, die in Riga lebt und wirkt. Schon um 19 Uhr gibt es eine Werkeinführung, nämlich in Antonio Vivaldis an sich für Streichorchester mit Solovioline bestimmten „Vier Jahreszeiten“ und danach Modest Mussorgskis „Bilder einer Ausstellung“ , an sich ein Klavierwerk nach Gemälden, dann von Ravel in eine Orchesterfassung gebracht und nun also mit den vielen Farben der Orgel zu erleben. Die Orgel-Versionen für beide Meisterwerke stammen von der Interpretin selbst.
Morgen gibt es als Besonderheit „Ostpreußische Orgelmusik“ , dargeboten von dem auch komponierenden Düsseldorfer Orgelprofessor Oskar Gottlieb Blarr. Nicht nur die deutsche Phase dieses Landstrichs an der Ostsee ist berücksichtigt, es gibt auch drei große Stücke aus der Feder Blarrs, der 1934 in Ostpreußen geboren wurde und ab 1961 Kantor und Organist an der Düsseldorfer Neanderkirche war. Es handelt sich um „Heiliger Blues“ , „Heiliger Tango“ und eine „Toccata Hanukka“ , womit es auch einen jüdischen Bezug gibt.
Der historische Teil des Programms bringt Kompositionen aus der „Barensteiner Tabulatur“ aus dem 16. Jahrhundert, genannt auch „Die schwarze Kuh“ , drei Chorsätze von Johann Eccard (1734-1809). Weiter erklingt noch „Abschied von der Heimat"“ , eine in der polnischen Tradition wurzelnde Polonaise in a-Moll.
Am Sonnabend wird zum Ausklang ein ungewöhnlicher Duo-Abend für Orgel und Flügel - nicht zum erstenmal aus diesem Anlass - geboten: Aus Polotsk (Belorussland) kommen dazu Ksenja Pogorelaja und ihr Sohn Arseni Sadykow. Hierbei erklingt romantische russische Orgelmusik, unter anderem von Borodin, Rachmaninow, Tschaikowski bis Schostakowitsch. Auch mehrere russische Volkslieder sind dabei. Beide Künstler waren schon einmal in Großräschen. Der 1989 geborene Sohn der Organistin an der Polotskewr Sophien-Kathedrale studiert Klavier, nachdem er in Minsk und Bjansk Musikpreise gewonnen hat.
Der Eintritt zu allen Konzerten ist frei. Es wird jedoch um Spenden am Kirchenausgang gebeten.
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