Der dreifache Oscar-Preisträger und Multi-Milliardär, der heute 60 Jahre alt wird, kann sich solche Sprüche leisten. Nach unzähligen Kassenhits ist der kommerziell erfolgreichste Filmstar Hollywoods längst in den Kino- Olymp aufgestiegen. Andererseits steht der siebenfache Vater, der sich gerne leger mit einer Baseballkappe zeigt, mit beiden Beinen fest auf dem Boden.
Nach 25 Kinofilmen - als Regisseur - und doppelt so viel Projekten als Produzent will das angegraute Multitalent seine Fans weiter überraschen. "Ich bin in einer Erkundungsphase angelangt, wo ich es viel spannender finde, Dinge zu probieren, von denen manche denken, dass sie mir nicht gut stehen", sinnierte Spielberg geheimnisvoll in der "Washington Post". Doch zunächst lässt er sich noch auf ein bewährtes Projekt ein, die vierte und seit Jahren geplante "Indiana Jones"-Folge, mit Harrison Ford als Archäologe.
Spielberg, der mehr Menschen zum Lachen und zum Weinen brachte als jeder andere Filmregisseur, drehte schon als Teenager seinen ersten Kurzfilm. Der im US-Staat Ohio geborene älteste Sohn einer jüdischen Familie ließ sich auch nach zwei Absagen an kalifornischen Filmhochschulen nicht von seinen Hollywood-Zielen abbringen. Als Regieassistent bei TV-Serien fand er den Einstieg und drehte 1974 seinen ersten Film, "The Sugarland Express". Ein Jahr später schreckte der 27-Jährige mit dem Horror-Streifen "Der weiße Hai" ganz Hollywood auf, ließ die Kinokassen klingen und läutete damit die Ära der "Blockbuster"-Filme ein.
Sein Außerirdischer "E.T." (1982) war der bis dahin kommerziell erfolgreichste Film überhaupt und wurde erst von Spielbergs Dinosaurier-Spektakel "Jurassic Park" und später von der "Titanic" überholt. Er brachte Milliarden in die Kinokassen, wurde aber als "ewiges Kind" Hollywoods nie ganz ernst genommen.
Die Wende kam mit dem Holocaust-Drama "Schindlers Liste". "Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich war, bevor ich nach Polen ging", sagte Spielberg, als er den Golden Globe und den Oscar dafür erhielt. Seinen zweiten Regie-Oscar nahm er 1999 für den Film "Der Soldat James Ryan" entgegen, den die "New York Times" als "besten Kriegsfilm unserer Zeit" bezeichnete. .
Er denke überhaupt nicht daran, in Rente zu gehen, versicherte Spielberg der "Washington Post". "Nur dein Körper altert. Dein Kopf und dein Herz können so jung bleiben, wie man sich fühlt."