"Marketing ist völliger Blödsinn", meinte der Intendant des Berliner Ensembles. Die Theaterkunst sei ein Abenteuer und ein Geheimnis, das nicht einfach so auf dem Tisch ausgebreitet werden könne. "Wenn die Sache stimmt, dann ist Theater so geil!", meinte Peymann. Die Kunst zu domestizieren, sei "schwachsinnig".
Peymann forderte den Kulturausschuss auf, sich Gedanken über die künftige Besetzung der Chefposten am Berliner Ensemble und am Deutschen Theater zu machen. Peymanns Vertrag läuft noch bis 2009, der Intendant des Deutschen Theaters, Bernd Wilms, scheidet 2008 aus. "Da stehen harte Entscheidungen an", erklärte Peymann. "Suchen Sie einen Künstler", forderte er die Abgeordneten auf. "Es geht nicht darum, dass er Ihre Sprache spricht, sondern die Sprache der Kunst."
Thomas Ostermeier als künstlerischer Leiter der Schaubühne und Matthias Lilienthal als Chef des Theaters Hebbel am Ufer klagten erneut über die "strukturelle Unterfinanzierung" ihrer Bühnen. "Wir haben ein klares, fettes Problem einer Unterfinanzierung", sagte Lilienthal. Werde es künftig keine zusätzliche finanzielle Unterstützung mehr zum Beispiel aus dem Hauptstadtkulturfonds oder der Kulturstiftung der Länder geben, stehe er für die Leitung des Theaters nicht mehr zur Verfügung. (dpa/pb)