Um eine Schwitzhütte als Geschäftsmodell geht es in der Tragikomödie "Indianer", die am gestrigen Freitag in Zittau uraufgeführt wurde. Die Inszenierung von Christian Papke kommt anlässlich des Mauerfalls vor 25 Jahren auf die Bühne, teilte das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau mit. Das Stück dreht sich um einen Mann, dessen Geschäftsideen nach der Wende auf dem Arbeitsmarkt scheitern - ob Gebrauchtwagenhandel, Öko-Hof oder Streichelzoo.

Schließlich schlägt seine Tochter vor, mit einer Schwitzhütte finanzstarke Westdeutsche in die ostdeutsche Provinz zu locken.

"Indianer" stammt aus der Feder von Oliver Bukowski, der 1994 den Gerhart-Hauptmann-Preis für seinen Lausitzer-Mundart-Schwank "Londn-L.Ä.-Lübbenau" erhielt. Der 53-Jährige stammt aus Cottbus.

Das ostsächsische Theater habe Wert darauf gelegt, einen Autor zu finden, der die Geschehnisse kritisch reflektiere und selbst Teil davon gewesen sei, sagte die Zittauer Schauspiel-Intendantin Dorotty Szalma. Bukowski habe "unglaublich viel Humor" und bringe das Publikum über das Lachen zum Nachdenken. "Indianer" sei "keine leichte Kost, aber leicht verpackt", meinte Szalma.

Das Theater hatte sein Publikum im Vorfeld gebeten, Erinnerungen an die Zeit der Wende und danach aufzuschreiben. Kittelschürze, das Putzmittel Ata, die hochprozentige Goldkrone, Rotwein namens Rosenthaler Kadarka spielten in den Einsendungen ebenso eine Rolle wie Reisefreiheit, Begrüßungsgeld, übervolle Läden.

Bukowski habe einige Gedanken in das Auftragswerk einfließen lassen.