Im März werden Sie wieder einmal in Cottbus erwartet. Gibt es etwas, was Sie besonders mit der Lausitz verbinden?
Es sind vor allem die Menschen, die uns Künstlern begegnen. Ich mag das Lausitzer Publikum wirklich sehr sehr gern. Es singt viel mit. Da ist eine große Liebe für den deutschen Schlager und deutschsprachige Musik. Die Zuschauer leben sie in der Cottbuser Stadthalle immer richtig aus, und das schätze ich sehr.

Ihr neues Album hat den vielversprechenden Titel: Ich würd‘ es wieder tun. Was würden Sie denn wieder tun?
Es geht grundsätzlich darum, dass man im Leben nichts bereuen sollte. Alles hat seinen Sinn. Ich bereue nichts in meinem Leben. Höhen und Tiefen gehören dazu, die guten wie die schlechten Dinge. Jeder Mensch sollte sein Leben so annehmen, wie es ist und das Beste daraus machen.

Ist es das, was Ihre neuen Songs erzählen?
Das ist die Botschaft, die sich durch das ganze Album zieht: Jeder Mensch soll nicht nur sein Leben, sondern sich selbst so annehmen, wie er ist. Ohne sich und anderen etwas vorzumachen, ohne falsche Scham. Deshalb mag ich jeden der 20 neuen Songs, weil ich diese Botschaft gern weitergebe: Das Leben hat so viele verschiedene Facetten, man sollte es genießen.

Das Leben im Rampenlicht hat nicht nur Höhen. Vor Jahren hatten Sie schon einmal das Projekt Michelle für beendet erklärt. Was ist neu in Michelles Leben?
Ich meine in meinen Songs nicht in erster Linie das mitunter schwierige Künstlerdasein. Ich will allen Mut geben, die Kraft aufzubringen, auch durch Härtezeiten hindurchzukommen. Höhen und Tiefen gehören zum Leben dazu. Das ist die Herausforderung, der wir uns alle stellen müssen. Und diese Botschaft ist nicht neu in meinem Leben. Mit diesem Album ist einfach der Augenblick gekommen, das mitzuteilen. Es ist eine Mischung aus stimmungsvollem Schlager, der derzeit ja wieder einen richtigen Boom erlebt, eingängigem Pop und eindringlichen Balladen. Gemeinsam mit guten Songwritern und Produzenten ist es mit viel Spaß am Leben entstanden.

Gilt also: So schön ist die Zeit?
Ja, wir sollten mehr Aufmerksamkeit haben für die schönen Dinge, die Meeresluft einatmen, die Natur genießen, Freundschaften. Wir sind oft geneigt, uns eher von den negativen Dingen des Lebens beeinflussen zu lassen, anstatt ihre Schönheit zu sehen.

Im vergangenen Jahr haben Sie sich mit einer ausgedehnten Konzerttour zurückgemeldet. Jetzt geht es wieder durch 29 Städte. Wie bewältigen Sie so ein Mammutprogramm?
Für mich ist das kein Mammutprogramm. Es macht mir Spaß, und das steht auch im Vordergrund, nicht die Anstrengung.

Sie sitzen bei der 14. Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" bereits zum zweiten Mal in der Jury. Sie müssen es also wissen: Wie steht es um die Superstars in Deutschland?
Auch in der neuen Staffel wird es wieder so sein, dass wir junge Menschen suchen, die bereit sind, für etwas zu kämpfen, was sie erreichen wollen und auch alles dafür geben wollen. Wichtig ist aber, diesen Weg weiterzugehen und nicht zu denken: Ich bin jetzt Superstar, und das bleibt für alle Zeit so. Ich weiß aus eigener Erfahrung: Da beginnt eigentlich erst die Arbeit. Da muss man nämlich an seinem Weg arbeiten.

Wie geht man denn über Jahrzehnte seinen Weg im harten Show-Geschäft?
Man geht den Weg eben, wie anderswo auch, stellt sich den Herausforderungen.

Und wenn man dabei auf die Nase fällt?
Steht man wieder auf. Das Leben ist nicht dazu da, liegen zu bleiben.

"Erste Sehnsucht" hieß Ihr Debütalbum 1993. Wohin treibt Sie 2016 ihre Sehnsucht?
Damals war ich 17 Jahre alt und krank vor Liebe. Heute treiben mich keine Sehnsüchte mehr. Sehnsüchte sind ja Dinge, die einem fehlen im Leben. Ich bin glücklich, und ich strebe danach, dass es so bleibt. Ganz wichtig ist mir, dass meine drei Töchter glücklich und gesund bleiben und ich selbst auch. Mehr möchte ich gar nicht erreichen in meinem Leben. Alles andere kommt, wie es kommt.

Mit Michelle

sprach Ida Kretzschmar