Gemeinsam haben ansässige Slawen und eingewanderte deutsche Bauern seit Jahrhunderten die Niederlausitz gestaltet. Dabei wurden die alten Landschaften gründlich verändert. Manchmal kennen wir von den ursprünglichen Burgen, Ländereien und Stammesgebieten nur noch die Namen. Mittelalterliche Chronisten haben uns etwa die Benennungen "Lusici" oder "Surbi" überliefert, die heute in den Bezeichnungen "Lausitz" und "Sorben" lebendig sind. Scheinbar völlig verschwunden ist hingegen die Landschaft "Selpoli". Zwar hat die Erinnerung diesen geheimnisvollen Namen bewahrt, doch wo lagen die versunkenen Burgen und Dörfer? Welche Strukturen verbergen sich hinter den Stammesbezeichnungen? Wie lebten die Slawen in der Lausitz, und welche Spuren haben sie hinterlassen?

Auch die alten Götter geben viele Rätsel auf. Könnten die slawischen Götter in der Niederlausitz so ausgesehen haben wie jener berühmte Götze mit den zwei Köpfen, der auf einer Insel in Mecklenburg gefunden wurde? Manchmal hat viel Fantasie nachgeholfen, die eine oder andere Antwort zu geben. Die Sonderschau geht vielen Fragen zu den alten Landschaften nach und untersuchten den Wandel der Kulturlandschaft im Süden Brandenburgs seit dem Mittelalter. Die Ausstellung wird im Rahmen des Themenjahres Kulturland Brandenburg 2015 gezeigt. Stadt- und Regionalmuseum Lübben, Ernst-von-Houwald-Damm 14, bis 1. November, Di - So, 10 - 17 Uhr