Zugleich sei es wichtig, die historisch bedeutsamen Kulturgüter überhaupt wieder der Öffentlichkeit zu zeigen, sagte Neumann gestern.
Nach einem Treffen mit dem russischen Kulturminister Alexander Sokolow sprach Neumann von Fortschritten bei den Rückgabeverhandlungen über Kunstwerke, die nicht unter das restriktive russische Beutekunst-Gesetz fallen.
Für die Gemeinschaftsausstellung über das frühmittelalterliche Europa zur Zeit der Merowinger öffneten das Puschkin-Kunstmuseum und das Historische Museum in Moskau sowie die Eremitage in St. Petersburg ihre Geheimdepots mit den 1945 verschleppten Schätzen aus dem Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte. Das Berliner Museum steuerte als Leihgaben eigene Exponate bei. "Wir geben dem Kulturleben die Gegenstände zurück, ohne die die Geschichte Europas nicht zu verstehen ist", sagte Michail Schwydkoi, der Leiter der russischen Staatsagentur für Kultur und Kinematographie.
Im Fall der Bremer Grafik-Sammlung sah Neumann "eine große Chance, noch in diesem Jahr zu einem positiven Ergebnis zu kommen". Die Grafiken unterliegen nicht dem Beutekunst-Gesetz, weil sie 1945 nicht von der sowjetischen Besatzungsmacht, sondern privat von dem Offizier Viktor Baldin nach Russland gebracht wurden.
Eine "erfreuliche Entwicklung" gebe es auch für sechs mittelalterliche Fenstermalereien, die aus der Marienkirche in Frankfurt/Oder stammen.
(dpa/pb)