Wie und wann sind Sie auf die Idee gekommen, mit einem Gesangsprogramm auf Tour zu gehen„
Die Premiere der inzwischen x-mal aktualisierten Neufassung fand im Juli 2004 statt. Davor lagen etwa 18 Monate für das Verfassen der Texte und die Proben.

In Ihrem Programm vermischen Sie alte Schlager und Swingnummern mit satirischen Texten. Machen Sie da weiter, wo Sie Anfang der 80er-Jahre mit Schlagerparodien wie „Punker Maria“ aufgehört haben - oder sehen Sie das als künstlerische Weiterentwicklung“
Na, Sie haben das Programm doch gesehen! Meinen Sie nicht auch, dass der Song „Kanzleramt bei Nacht“ oder die Nummern über die Pisastudie, über das Bruttosozialprodukt und über den bayerischen Papst mit „Punker Maria“ so viel zu tun haben wie Senftenberg mit Sardinien„

Die selbstzufriedene Ein-Jahres-Bilanz der Bundesregierung ist auf geteiltes Echo gestoßen. Ist „Kanzleramt bei Nacht“ Ihre Abrechnung mit der Großen Koalition“
Ja, die Große Koalition gehörte schon immer zu meinen politischen Albträumen. Die Demokratie wird mit erdrückender parlamentarischer Mehrheit der Regierenden nicht gerade lebendiger.

Ratlosigkeit gegenüber dem Internet, Abneigung gegenüber Beamten und Erotik im Alter - wie persönlich sind Ihre „Bekenntnisse“ „
Da vermuten Sie zu Recht gewisse Berührungspunkte. Wobei die Ausführungen natürlich von kabarettistischer Übertreibung nur so strotzen!

Ihre facettenreiche Mimik ist aus der deutschen Humorlandschaft nicht wegzudenken. Sehen Sie Ihr Gesicht als Kapital“
Für jeden Bühnenschaffenden sind Mimik, Gestik und Stimmduktus so wichtig, wie für den Maurer die Kelle.

Unvergessen sind die Singles, die Sie bis Anfang der Achtziger veröffentlicht hatten. Können Sie sich vorstellen, neue Tonträger zu veröffentlichen, etwa eine Liveaufnahme der „Mit-dem-Gesicht“ -Show„
Innerhalb der nächsten Wochen erscheint eine DVD meines Programms.

Vor Kurzem waren Sie für Dreharbeiten für den eher ernsthaften Film „Armee der Stille - La Isla Bonita“ in der Lausitz zu Gast. Werden Ihre Fans Sie irgendwann wieder in einer Filmkomödie erleben“
Wohlmeinende Kritiker bestätigen mir eine gewisse Vielseitigkeit. Die wird bestätigt durch so unterschiedliche Werke wie den Psycho-Thriller „Springteufel“ , die Slapstick-Reihe „Nonstop Nonsens“ und die Satire-Serie „Hallervordens Spott-Light“ . Wann ich welchem Genre den Vorrang einräume, hängt von der Qualität der Drehbücher ab.

Mit
DIETER HALLERVORDEN
sprach Nils Michaelis