Toelle profilierte sich mit der Zukunftsvision über die Moral der Medienwelt zu einem der namhaftesten deutschen Fernsehregisseure. Am vergangenen Samstag starb der gebürtige Berliner 74-jährig in München, wie seine Agentur gestern mitteilte. Über die Umstände wurden keine Angaben gemacht.
"Das Millionenspiel", an dem Toelle auch als Co-Autor beteiligt war, nahm in der Zeit vor dem Aufbruch der Privatsender die Entwicklung des von Werbeeinnahmen gesteuerten Mediums Fernsehen voraus. Im "Millionenspiel" treten Freiwillige an, die jeweils sieben Tage lang auf der Flucht sind, um an den Hauptpreis von einer Million Mark zu gelangen. Bernhard Lotz, gespielt von Jörg Pleva, ist einer von ihnen, der sich freiwillig von Auftragskillern jagen lässt, um in den Besitz des Geldes zu gelangen.
In der Folge inszenierte Toelle, der mit der Schauspielerin Ulli Philipp verheiratet war, einige bedeutende Fernsehspiele wie den Dreiteiler "Deutschlandlied" mit Matthias Habich, den "König der letzten Tage", "Der Bierkönig", "Via Mala" mit Mario Adorf und "Der Trinker" mit Harald Juhnke in einer Paraderolle nach dem gleichnamigen Roman von Hans Fallada.
Sein letzter im Fernsehen ausgestrahlter Film war im September 2002 "Wenn die Liebe verloren geht". Toelle unterrichtete nach Agentur-Angaben zuletzt noch im Februar an der Filmakademie in Ludwigsburg.
Daneben hat Toelle auch an vielen Bühnen gearbeitet. An der Serienflut im Fernsehen ließ er kein gutes Haar. "Was da abläuft, ist grauenhaft und langweilig." (dpa/pb)