Im Mittelpunkt des Projekts stehen zwei Ausstellungen, die seit Donnerstagabend gezeigt werden – Musikvideos und Filme des Medienpioniers und Oscar-Preisträgers Zbigniew Rybczynski sowie Videoinstallationen und Skulpturen von Miroslaw Balka.

Akademiepräsident Klaus Staeck sagte vor der Eröffnung, lange Zeit hätten sich Paris und New York als Kunstzentren verstanden, die Bedeutung polnischer Kunst sei dagegen bisher vernachlässigt worden. „Es ist auch die Pflicht unserer Akademie, kulturelle Lücken zu füllen.“ Diesen „Blickwechsel“ solle das mehrmonatige Projekt dokumentieren.

Vorgestellt werden sowohl die polnische Künstler-Avantgarde der 60er- bis 80er-Jahre wie auch zeitgenössische Werke. Aus Polen sei „die eigentliche Kraft“ bei der Entwicklung neuer Medien und der Medienkunst gekommen, sagte der Programmbeauftragte der Akademie, Johannes Odenthal.

Einer der Techno-Pioniere ist Rybczynski. Schon in den 70er-Jahren experimentierte er mit Animationsfilmen. Mit „Tango“ gewann er schließlich 1983 den Oscar für den besten animierten Kurzfilm. „Ich war mir nie sicher, ob Künstler wirklich etwas wichtiges zu sagen haben. Aber ich war immer beeindruckt von Erfindern“, sagte der Filmemacher vor der Ausstellungseröffnung. In den 80er-Jahren drehte er als einer der Ersten im HD-Format – ein Musikvideo zu John Lennons „Imagine“.

Miroslaw Balka zählt hingegen zu den eher zeitgenössischen Künstlern. Am Pariser Platz präsentiert er unter anderem einen Film, der an die deutsch-polnische Vergangenheit erinnern soll. Der Film wurde in Auschwitz gedreht und zeigt eine Gruppe junger Deutscher, die sich auf dem verschneiten Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers eine Schneeballschlacht liefern. „So klopft Auschwitz an das Brandenburger Tor“, sagte Balka.