Oktober unter dem Titel: "Willi Sitte: Bilder, die sich einmischen" gezeigt. Sie stammen hauptsächlich aus dem Privatbesitz des in Halle lebenden 86 Jahre alten Malers. Sitte gilt als einer bedeutendsten Künstler der Gegenwart, ist wegen seiner Rolle als DDR- Kulturfunktionär aber zugleich umstritten. Zentrales Thema der neuen Schau in der Merseburger Sitte-Galerie für realistische Kunst ist Krieg und Frieden.
"Eine der wesentlichen Aufgaben der Kunst ist es, sich einzumischen in Zeitgeschichte und gegenwärtige Probleme", sagte der Vorsitzende der Willi-Sitte-Stiftung, Hans-Hubert Werner, zur Eröffnung der Schau. "Die zum Teil erstmalig ausgestellten Gemälde und Zeichnungen dokumentieren, wie Willi Sitte in den 1950er- Jahren mit Picassos Ausdruckswerten experimentierend eine Formensprache entwickelt, die die menschlichen Tragödien der Vergangenheit aufrüttelt und bis in die Gegenwart wirken lässt", erklärte Werner.
Erstmals seit vielen Jahren ist das Tryptichon "Höllensturz in Vietnam" (1966/67) als Leihgabe der Sammlung Moritzburg in Halle zu sehen. Dem großen Tafelbild seien viele Studien vorausgegangen, die jede für sich ein eigenes Kunstwerk darstellen, sagte die Kuratorin Gisela Schirmer (Osnabrück) zur Ausstellung. Außerdem wird Sittes Zyklus "Frauengestalten", "Frauen im Aufbegehren" oder "Frauen anklagend rufend" sowie "Frauen in Lidice" im Zusammenhang gezeigt. "Kunst, um der Kunst willen, blieb Sitte fremd. Seine Kunst greift Probleme der Zeit auf", sagte die Kuratorin über den Maler.
Zum Besitz der in Merseburg ansässigen Willi-Sitte-Stiftung gehören mehr als 1000 Zeichnungen und 260 Ölgemälde von Sitte. (dpa/ik)