Die Bundeswehr sieht diesen "besonderen Ort der Würde" nach der Hinrichtung der Widerstandskämpfer um Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg im Hof des Bendlerblocks im Juli 1944 durch Aufnahmen offenbar nicht mehr verletzt. Das machte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe, gestern in Berlin deutlich.
Zu Beginn des Films solle durch eine Sequenz in dem Hof, wo eine Gedenkstätte an die Erschießung der Männer in der Nacht des 20. Juli 1944 nach dem Hitler-Attentat erinnert, ein Bogen zum heutigen demokratischen Deutschland gespannt werden. "Ich glaube, das ist ein schöner Spannungsbogen, (. . .) dass die Barbarei nicht gesiegt hat", sagte Raabe. Der Film wolle zeigen, dass ein demokratisches Deutschland auferstanden sei.
Der Co-Produzent habe in einem Schreiben an Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) die Pläne erläutert. Gestern morgen habe es eine Begehung mit Vertreten der Produktion, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und des Verteidigungsministeriums gegeben. Eine endgültige Entscheidung könnte in der nächsten Woche fallen. Die Produktionsfirma United Artist zeigte sich gestern in einer Reaktion "extrem dankbar" für eine Dreherlaubnis.
Die "Bild"-Zeitung hatte gestern von einem Sinneswandel im zuständigen Finanzministerium geschrieben, das die Drehgenehmigung für den Film mit dem Arbeitstitel "Valkyrie" zunächst verweigert hatte, weil es die Würde des Ortes bedroht sah. Nun sagte ein Sprecher des Finanzministeriums, es habe keines originären Sinneswandels in seiner Behörde bedurft. Im Juli hieß es, dass Cruise Scientology-Mitglied ist, sei nicht von Bedeutung.
Berlins CDU-Generalsekretär Frank Henkel sprach sich gegen eine Drehgenehmigung für Cruise im Bendlerblock aus. "Es ist ohnehin ein bedenkliches Symbol, wenn ein Anhänger einer totalitären Psycho-Organisation den Helden des deutschen Widerstands gegen das NS-Regime verkörpert. Dafür auch noch eine derart historische Stätte als Drehort freizugeben, wäre die falsche Entscheidung", sagte Henkel.
Im Bendlerblock hatte von Stauffenberg sein Dienstzimmer und dort das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 geplant. Heute nutzt das Bundesverteidigungsministerium das Gebäude. (dpa/pb)