Die Buchmesse 2007 werde in einem positiven Umfeld stattfinden. "Die Branche hat sich am Markt konsolidiert, es gibt positive Anzeichen für eine Konjunktur", sagte Zille. Die Messe am Jahresanfang sei ein Gradmesser des Vertrauens der Verlage in die konjunkturelle Entwicklung. Etwa ein Drittel der jährlich rund 100 000 Neuerscheinungen werden in Leipzig vorgestellt.
"Die Branche trifft sich fest im Frühjahr in Leipzig, hier ist der deutschsprachige Buchmarkt mehr als repräsentativ abgebildet", sagte Zille. Allerdings sei die Qualität der Präsentationen sehr unterschiedlich. "Namensmäßig sind keine Wünsche offen", betonte Zille mit Bezug auf die großen Verlagshäuser. "Der Anteil der Entscheider in Verlagen - der Verleger selbst oder der Marketing-Geschäftsführer - auf der Buchmesse wächst rapide." Zur positiven Imageentwicklung habe auch der im nächsten Jahr zum dritten Mal zu vergebende Preis der Leipziger Buchmesse beigetragen.
"Leipzig hat sich als Arbeitsmesse für die Branche fest etabliert und gehört zum Kalender der deutschsprachigen Buchmessen." Die Leipziger Buchmesse werde nicht nur von Buchhändlern und Verlegern sehr gut angenommen, sondern sei auch ein Publikumsmagnet. "Wir peilen nach dem rapiden Anstieg von 108 000 Gästen im Vorjahr auf 126 000 in diesem Jahr 2007 die 130 000 an", sagte Zille. "Wir müssen den Spagat zwischen Leser-, Publikums- und Arbeitsmesse arrangieren."
"Wir wollen unser Profil, Entdeckermesse für junge deutschsprachige Literaturen zu sein, schärfen", erklärte Zille. Novitäten von 2006 wie die Lange Leipziger Lesenacht oder die "Prosa Prognosen", wo junge Autoren den Sprung in die Öffentlichkeit wagten, würden fortgesetzt. "Unser Profil ist die Förderung junger deutschsprachiger Literatur und ihrer Etablierung am Markt sowie die Präsentation renommierter Schriftsteller und Autoren."
So habe sich auch 2007 wieder eine ganze Reihe deutscher und internationaler Altmeister wie Martin Walser angesagt. "Er wird am Messesamstag seinen 80. Geburtstag in einer großen Veranstaltung im Leipziger Schauspielhaus feiern." Europas größtes Lesefestival "Leipzig liest", das sich seit 1991 zum Markenzeichen der Buchmesse entwickelte, werde hochkarätig besetzt sein.
"Es soll aber nicht das Ausmaß von 2006 mit 1800 Veranstaltungen und rund 1500 Akteuren überschreiten", sagte Zille. "Es geht darum, wichtige Autoren aus dem Ausland, die neue Bücher im Frühjahr haben, zu präsentieren."
(dpa/pb)