Frau Woll, worin unterscheidet sich die Arbeit an einer Serie wie „Berlin, Berlin“ und einem TV-Zweiteiler wie „Dresden“ ?
Vom Arbeitsablauf her nicht groß. Aber vom Spielen des Charakters kann man in einer Serie eine langsame Entwicklung über Jahre erarbeiten. In einem Film lebt man intensiv in der Rolle über einen kurzen Zeitraum.

Verwandte von Ihnen haben den Bombenangriff auf Dresden miterlebt. Haben Sie vor Drehbeginn mit ihnen darüber gesprochen?
Ja, das haben wir. Meine Oma und meine Großtante haben die Bombardierung von Dresden selbst erlebt. In meiner Familie war Dresden während der Drehtage ständig ein Thema - und ist es immer noch. Ich fühle mich jetzt nach den Dreharbeiten und dem Tag, an dem ich bei der Weihe der Frauenkirche dabei war, mit der Stadt verbunden. Durch das Mitwirken in diesem Film konnte ich annähernd nachempfinden, was dieser Stadt und den Menschen, die in ihr lebten und leben, geschehen ist.

Was ist schwieriger an so einem Film, die psychische oder physische Anstrengung?
Beides geht Hand in Hand. Ich bin körperlich und geistig an meine Grenzen gestoßen. Für das gesamte Team waren diese Szenen enorm belastend.

Hatten Sie Angst vor dem Feuer?
Sehr. Die letzten Wochen am Feuerset und in den Kellern waren sehr anstrengend.

Sie sind vor kurzem Mutter geworden. Genießen Sie jetzt erst einmal die Zeit mit Ihrer Tochter oder steht schon das nächste Filmprojekt an?
Die nächsten Monate gehören meiner Tochter. Ich freue mich darauf, schöne Drehbücher zu lesen und tanke dabei gerade neue Kraft und Energie.

Gibt es irgendwann mal was Neues von Lolle in „Berlin, Berlin“ ?
Ich schließe das nicht aus. „Berlin, Berlin“ war in den letzten Jahren ein bedeutender Abschnitt meines Lebens.

Mit FELICITAS WOLL
sprach Thomas Seifert