Dokumentarfilme haben es in Deutschland nach Ansicht von Experten immer schwerer, ins Fernsehen zu kommen. Die Schere zwischen aufwendig produzierten Dok-Filmen, die in den Kinos laufen, und nur gering budgetierten kleinen Produktionen gehe immer weiter auseinander, sagte der Leiter des Internationalen Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm Dok Leipzig, Claas Danielsen. Was immer mehr wegbreche, sei das Mittelfeld, das im Wesentlichen von den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern mitfinanziert werde.

"Um Zuschauer zu binden, orientieren sich viele Sender um", sagte er. Sie setzten etwa auf Formate oder Dokumentationsreihen und leisteten sich immer weniger Einzelstücke, zu denen auch die künstlerischen Dok-Filme gehörten. Dennoch stehe der deutsche Dokumentarfilm im internationalen Vergleich stark da.

Bei der diesjährigen Festival-Ausgabe konkurriere ein deutscher Film im internationalen und 14 im deutschen Wettbewerb. Insgesamt präsentiere Dok Leipzig 83 heimische Produktionen.