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2500 Objekte aus der DDR

Das Wende Museum in Los Angeles ist eines der umgangreichsten DDR-Archive weltweit – nun kann ein winziger Bruchteil der gewaltigen Sammlung in Buchform betrachtet werden. Mehr als 2500 Objekte werden gezeigt, das Themenspektrum ist enorm: Es reicht von schreibmaschinengetippter Speisekarte, Netzbeutel zum Einkaufen und Hartgummi-Indianer bis zu Propaganda-Kunst und Stasi-Ausrüstung. Annett Stein

Der gewichtige Band ist weder schwärmerisch ostalgisch noch abrechnend kritisch. Es ist zu spüren, dass sich Jampol intensiv mit dem Staat DDR, vor allem aber seinen Menschen beschäftigt hat. Allerdings spart der amerikanische Historiker auch nicht daran, die Vorzüge der eigenen, in langen Jahren zusammengetragenen Sammlung immer wieder hervorzuheben. Auf Jampol geht das Wende Museum mit weit über 100 000 Relikten untergegangener Ostblockstaaten zurück. Nach dem Fall der Mauer, als viele DDR-Bürger Dinge ihres bisherigen Lebens entsorgten, hatte er so viel wie möglich davon zu retten versucht - und tut dies bis heute.

Justinian Jampol: Jenseits der Mauer. Kunst und Alltagsgegenstände aus der DDR, Taschen Verlag, Englisch, Französisch und Deutsch, 904 Seiten, 99,99 Euro