"Das Interesse ist ungebrochen, es war wieder gar nicht so einfach, aus den Bewerbern eine Wahl zu treffen", erklärte am Donnerstag Festivalchef Andreas Gaber. "Wir werden wieder das Niveau der vergangenen Jahrgänge erreichen."

Und vielleicht noch mehr: Das BTU-Ensemble Die Ehrlichen, das beim Gipfeltreffen der Cottbuser Kabaretts im März dieses Jahres leider gepasst hatte, ist zurück. Es hat sich personell neu sortiert und kann im Januar endlich wieder mit einer Premiere aufwarten - die letzte hatte es 2008 gegeben. "Und es ist erstmals eine Revue", erläutert Festivalmacher Gaber, "sonst waren Die Ehrlichen ja eher unmusikalisch". Die vielen Ehrlichen-Neuigkeiten sind es dem Studentenwerk Frankfurt (Oder) als Organisator wert, das Programm zu erweitern. Die Premiere des BTU-Kabaretts ist in voller Schönheit am 19. Januar, einen Tag vor der offiziellen Eröffnung, in der Mensa zu erleben. Titel des neuen Programms: "Taugenichts".

Und damit knüpfen die Lokalmatadoren programmatisch an die Satirische Kurzfilmnacht an, die als Aufwärm-Übung zum Festival immer beliebter wird. Am Sonnabend, dem 15. Januar, sind in der Mensa insgesamt 14 Streifen in einer Länge zwischen einer und 15 Minuten zu sehen. Überschrift der Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Verein Kommunales Kino Cottbus: "Von Studenten, Langschläfern und anderen Taugenichtsen".

Sehr wohl als tauglich erwiesen haben sich weitere Ansätze des bundesweit einmaligen Festivals. Da ist zuerst das Prinzip, keinen Wettbewerb, sondern eine entspannte Leistungsschau auszurichten. Die Magdeburger Hengstmann-Brüder, zum sechsten Mal dabei, sprechen liebevoll von einem "Klassentreffen". Sie treten mit Notbremse (Wuppertal) und Besenreim aus Esslingen am 21. Januar im Lehrgebäude 9 in Aktion. Zweitens wird Kabarett als recht offener Begriff verstanden. Gleichberechtigt neben der scharfen politischen Satire finden sich die Comedy, die Liedermacherei oder das Improtheater, dem in diesem Jahr zum zweiten Mal ein Nachmittag gewidmet ist. Am 22. Januar schaffen sich dabei in der Mensa Rabota Karoshi aus Cottbus und Stehgreif & Guck (Ladenburg).

Das Musikkabarett bekommt diesmal am 22. Januar im Lehrgebäude 9 sogar einen ganzen Abend: Am Sängerkrieg zu Cottbus, bei dem es unter der Aufsicht von Urgestein Thomas Paul Schepansky ausdrücklich keine Sieger geben soll, nehmen unter anderen Jan & Simon aus Oldenburg teil. Das Liedermacherduo, die Entdeckung des 15. Festivals, wird auch den Eröffnungsabend am 20. Januar im Großen Haus des Staatstheaters Cottbus bestreiten - gemeinsam mit Ingo Börchers (Bielefeld) und dem Zwickauer Erik Lehmann, der inzwischen eifrig als Gast bei der Dresdner Herkuleskeule zugange ist.

Wie immer treffen alte Hasen und Neulinge zusammen. Neben sechs anderen Teilnehmern erstmals dabei sind - logisch - Die Frischlinge aus Dresden. Sie sind wie CAT-stairs (Burg) und der Würzburger Andy Sauerwein am 22. Januar in der Mensa zu erwarten. Die beiden dienstältesten deutschen Studentenkabaretts haben am 21. Januar in der Mensa erstmals einen gemeinsamen Abend: Der 37-jährige Magdeburger Prolästerrat für Studienungelegenheiten und natürlich ROhrSTOCK, im Januar 41 Jahre alt und zum 16. Mal in Cottbus. Die Veranstaltung komplettiert der Berliner Versschmied Michael Feindler, der kurz zuvor im Lehrgebäude 9 auch die Notbremse zieht.

Eine weitere Konstante ist der Satirische Lese-Bühnen-Brunch, angeführt vom Ex-Cottbuser Udo Tiffert. Spezieller Gast ist an diesem 23. Januar in der Mensa der Berliner Ahne, bekannt von seinen "Gesprächen mit Gott" auf RadioEins.

Kartenvorverkauf ab 14. Dezember Foyer BTU-Mensa (Di-Do 11-13.30 Uhr), CottbusService (Stadthalle), Telefon 0355 7542444. Im Internet: www.studentenkabarett.de.