Mit diesen sind Eltern und Großeltern aufgewachsen: „Lütt Matten und die weiße Muschel“ , „Tambari“ , „Haik und Paul“ , „Sheriff Teddy“ und „Insel der Schwäne“ haben in ihren Ohren einen guten Klang.

Timms große Ferienlangeweile
Und nicht zu vergessen: „Die Reise nach Sundevit“ . Diese 1965 erstmals erschienene Erzählung ist der elfte Band in der Reihe „Unsere Kinderbuch-Klassiker“ . Wo Timm Tammer, der achtjährige Held, lebt, war für DDR-Bürger bevorzugtes Urlaubsterrain. Der Junge liebt Vater und Mutter, das Meer, den Leuchtturm und die Möwen. Auf dem Leuchtturm arbeitet sein Vater. Manchmal ist Timm mit hochgestiegen: 113 Stufen bis ganz nach oben. Aber tut man das allzu oft, wird es langweilig. Wie Langeweile überhaupt eines der Hauptprobleme für den kleinen Mann ist, wenn beide Eltern arbeiten gehen. Besonders in den Ferien fühlt Timm sich allein.
Da ist es eine einzigartige Abwechslung für ihn, dass eines Tages eine Kindergruppe am Strand ihre Zelte aufschlägt. Nicht nur, dass Timm mit den Jungen und Mädchen ins Gespräch kommt; sie wollen ihn auch auf die Reise nach Sundevit mitnehmen.
Ob da die Eltern mitmachen„ Wider Erwarten stimmen sie ziemlich schnell zu.
Aber da ist noch ein Auftrag: Er soll Heinrich Bradenkuhl im neun Kilometer entfernten Trempin die vergessene Brille abliefern. Mit dem Fahrrad. Aber auch Heinrich Bradenkuhl hat noch eine Aufgabe für ihn: Er soll einen wichtigen Bolzen in die LPG bringen. Unterwegs hält den Jungen eine alte Frau an und bittet ihn, ihrem Enkelchen, das in der Ernte arbeite, etwas zu essen mitzunehmen. Alle Prüfungen der Welt scheinen heute für Timm auf den Plan gesetzt. Zu allem Überfluss stürzt er noch mit dem Fahrrad. Aber Timm ist ein Junge, in den man Vertrauen haben kann. Acht Jahre, will er zuverlässig sein wie ein Mann. Leuchttürme müssen zuverlässig sein. Aus für den Traum von der Reise nach Sundevit“ Die Antwort, logisch, werden wir nicht verraten. Nur so viel: Es ist eine logische Antwort.

Im Märchenton
Benno Pludra hat zeitweise sehr wohltuend den Märchenton angeschlagen. Trotz einer ganz realen Welt. Auch ist die Struktur des Handlungsganges Märchen nachempfunden: Der Held hat ein Ziel, und viele Dinge stellen sich ihm entgegen. Der Leuchtturm hat 113 Stufen, und das Leben stellt Aufgaben, jede ist eine neue Stufe.

Schöne Schlichtheit
Auch die Sprache mit ihrer schönen, verständlichen Schlichtheit, mit den Bildern, die sie ihren Lesern malt, mit ihrer Klarheit misst sich an den Märchen.
Hans Baltzer hat die Geschichte offensichtlich gut gelesen. Seine Illustrationen passen sich den Intentionen des Schriftstellers wohl recht genau an.