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"0hne die Tat ist alles nur Geplapper…"

Hoyerswerda. Seit Jahrzehnten ist Manfred Schemel aus Cottbus mit dem Schriftsteller Galsan Tschinag befreundet. Heute um 19 Uhr erzählt er im Schloss Hoyerswerda als Gast des Hoyerswerdaer Kunstvereins von seiner Freundschaft mit diesem Künstler, von Begegnungen in dessen Heimat, von Lebensweise und Weisheit des tuwinischen Volkes. ms

"Galsan Tschinag ist ein deutschsprachiger Autor, Stammesfürst, Schamane, Lehrer und Schauspieler des Volkes der Tuwa", erzählt Manfred Schemel. Er führte sein Volk aus Sibirien in die Hohe Altai in der Mongolei zurück und gestaltet dort eine gemeinsame Lebensgrundlage. Er wurde 1944 in Bajan-Ölgii-Aimag als Irgit Schynykbai-oglu Dshurukuwaa in der Mongolei geboren. Von 1962 bis 1968 studierte er in Leipzig Germanistik und besuchte Erwin Strittmatter und dessen Familie auf Schulzenhof. Die Strittmatters betrachteten ihn wie einen weiteren Sohn und regten ihn zum Schreiben seiner Geschichten an.

Seit 1981 erschienen von ihm in Deutschland und der Schweiz bereits 25 Bücher in deutscher Sprache. In seinen Erzählungen nennt Galsan Tschinag sein Volk "eine Insel der Menschheit der vergangenen Jahrtausende". Manfred Schemel - über viele Jahre Vorsitzender des Erwin-Strittmatter-Vereins - war im Jahr 2013 Ehrengast von Galsan Tschinag und seines Volkes. Dabei wurde dem Gast aus Cottbus der Chadak, der Segensschal, verliehen. Von Begegnungen mit diesem Volk und seinem Dichter wird Manfred Schemel erzählen. Dazu sind alle Reisefreudigen und Literaturfreunde herzlich willkommen, unterstreicht der Vorsitzende des Hoyerswerdaer Kunstvereins, Martin Schmidt.