Nach heftiger Kritik aus den Landkreisen und kreisfreien Städten rudert die Brandenburger Landesregierung bei der Kreisgebietsreform deutlich zurück: Statt des geplanten Riesen-Lausitzkreises mit drei Landkreisen und der bislang kreisfreien Stadt Cottbus solle es künftig zwei Landkreise in Südbrandenburg geben, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung. Die rot-rote Landesregierung will zudem auf die Fusion der wirtschaftlich starken Landkreise Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming verzichten. "Damit zeigen wir: Wir sind bereit zu verändern, wir haben viele Dinge verstanden", sagte Schröter zur Reform der Reform.
In dem ursprünglich geplanten Riesenkreis Niederlausitz wären die Wege für die Kommunalpolitiker und andere ehrenamtlich Tätige zu weit und eine Zusammenlegung von gleich vier Kommunen äußerst schwierig geworden.
Im Fall der Landkreise Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald sei auch wegen der Nähe zum Hauptstadtflughafen, "der sicherlich bald eröffnet", eine gute wirtschaftliche Entwicklung zu erwarten. Dies ermögliche dort weiterhin eine bezahlbare und effiziente Verwaltung. Damit würde die Zahl der Landkreise von derzeit 14 nur auf elf reduziert, hinzu kommt die kreisfreie Stadt Potsdam. Im Koalitionsvertrag von SPD und Linken waren ursprünglich maximal zehn Regionalverwaltungen vereinbart worden. Die größten Verlierer bei der Neuauflage sind die kreisfreien Städte Cottbus, Frankfurt (Oder) und Brandenburg/Havel. Für Schröter bleibt es dabei, dass diese Städte in den umliegenden Landkreisen aufgehen sollen.