Die bereits bestehende Zusammenarbeit mit sächsischen Einrichtungen solle koordiniert und gefördert werden, sagte Birthler.
"Es geht uns vor allem darum, die Defizite bei der Darstellung des Ministeriums für Staatssicherheit in Schulen und Hochschulen bewusst zu machen und sie durch Information und Aufklärung zu überwinden", erklärte die Bundesbeauftragte. Nach der Vereinbarung sollen zum Beispiel die Landeszentrale für politische Bildung und die Sächsische Akademie für Lehrerfortbildung enger mit den Außenstellen der Bundesbeauftragten in Chemnitz, Leipzig und Dresden zusammenarbeiten.
In diesem Jahr seien Kinder des Jahrgangs 2000 in die Schule aufgenommen worden, sagte der Kultusminister. Dies seien Kinder, die keine Vorstellung von der DDR haben. "Schüler müssen sich mit der Diktatur der DDR beschäftigen. Nur so lernen sie die Demokratie schätzen", betonte der Minister. Bundesbeauftragte Birthler rief vor allem die ehemals dem DDR-Staat nahestehenden Lehrer auf, "offen und ehrlich" mit ihrer eigenen Vergangenheit umzugehen und ihr Leben als "Lernmaterial" zur Verfügung zu stellen. Bei den Schülern werde dies auf Anerkennung stoßen, sagte sie.
Laut Birthler biete "die einzigartige Hinterlassenschaft der Stasi-Unterlagen" eine Fülle an Erkenntnissen über das politische System der DDR. Sie seien bereits in Bildungsangebote ihrer Behörde, in Unterrichtsmaterialien und in Handreichungen für Lehrer eingeflossen. Nach Angaben des Kultusministeriums soll auf Nachfrage auch Hilfe bei der Gestaltung des Unterrichts gegeben werden. Geeignet seien vor allem die Fächer Ethik, Geschichte, Religion, Gemeinschaftskunde und Deutsch. Ferner biete die Bundesbeauftragte Ausstellungen und Vorträge an.
Besonders geeignet für die Auseinandersetzung mit der DDR-Staatssicherheit seien auch Besuche in Archiven, Museen und Gedenkstätten. Das Kultusministerium wolle gemeinsam mit den sächsischen Außenstellen ein Konzept für Projekttage entwickeln. Ähnliche Vereinbarungen mit der Stasi-Unterlagen-Behörde hatten bereits 2002 Brandenburg und 2003 Sachsen-Anhalt geschlossen. (epd/mb)