Der Jurist Maaßen erhielt 2012 den Auftrag, in der Behörde aufzuräumen, und zwar möglichst gründlich und diskret. Darüber, ob ihm das gelungen ist, gehen die Meinungen auseinander. "Er hat zumindest nichts falsch gemacht, und das ist schon nicht schlecht", sagt ein Kenner der Verhältnisse.

Seit seinem Amtsantritt bemüht sich Maaßen auf jeden Fall, das Bundesamt technologisch aufzurüsten. In einem Interview auf der Informationstechnik-Messe Cebit im vergangenen März pries Maaßen das BfV als coolen Arbeitsplatz für junge IT-Talente an. O-Ton: "Bei uns kann man das machen, was man schon immer machen wollte, nur das ist legal."

Maaßen gilt zwar einerseits als durchsetzungsfähig und nervenstark. Doch mit seiner oft sehr direkten Art stößt der Rheinländer seine Gesprächspartner manchmal auch vor den Kopf. Kritiker finden den Mann mit der markanten kleinen Brille außerdem ein wenig eitel. Dabei gibt sich Maaßen auf der Internetseite seiner Behörde mit dem Satz "Wir sind ein Dienstleister für Demokratie" doch betont bescheiden.

Maaßen stammt aus Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen. Studiert hat er in Köln und Bonn. Ab 1991 arbeitete er in verschiedenen Abteilungen für das Bundesinnenministerium. In seinen ersten Dienstjahren beschäftigte er sich im Ministerium vor allem mit Ausländer- und Zuwanderungsrecht. 2008 wurde er Leiter des Stabes Terrorismusbekämpfung.

Die Ermittlungen gegen die Netzpolitik-Blogger sind nicht das erste Gewitter, das über Maaßen hereinbricht. Kritische Fragen hatte er sich in der Vergangenheit auch in der Affäre um den türkischen Guantánamo-Häftling Murat Kurnaz aus Bremen gefallen lassen müssen. Maaßen war im Jahr 2000 als Referatsleiter für Ausländerrecht im Innenministerium für die rechtliche Begründung einer Einreiseverweigerung für Kurnaz zuständig gewesen.