Das Präsidium der sächsischen CDU begrüßte bei einer Sitzung am Samstag in Dresden jedoch, dass Nitzsche als CDU-Kreisvorsitzender von Hoyerswerda/Kamenz zurückgetreten ist.Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD), der Ost-Beauftragte der Bundesregierung, forderte auf einem SPD-Landesparteitag in Oschatz am Samstag einen Parteiausschluss. "Setzen Sie Herrn Nitzsche den Stuhl vor die Tür", sagte er an die Adresse der CDU. Die CDU müsse ein klares Signal aussenden. Nur so könne Schaden von der Demokratie und von Sachsen abgewendet werden.

Nitzsche hatte bei einer Parteiveranstaltung in Bezug auf den Umgang Deutschlands mit seiner Vergangenheit von einem "Schuldkult" gesprochen. Zudem bezeichnete er die einstige rot-grüne Bundesregierung als "Multi-Kulti-Schwuchteln", von denen Deutschland nie wieder regiert werden dürften. Nitzsche hatte nach massiver Kritik seine Äußerungen bedauert und von einem Missverständnis gesprochen.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Dresdner Landtag, Antje Hermenau, warf der CDU am Sonntag Inkonsequenz vor. Nitzsche habe "in einer demokratischen Fraktion des Bundestages nichts verloren". Die CDU müsse künftig sofort gegen menschenverachtende und rassistische Äußerungen in den eigenen Reihen vorgehen. "Rücksicht auf Hetzer zu nehmen, ist das völlig falsche Signal und zahlt sich nicht aus."