Auf der Strecke Cottbus-Leipzig sollen Fahrgäste im Regionalzug (RE 10) vom 1. Januar an für einen Euro einen festen Platz buchen können. Das hat der Marketingchef von DB Regio Nordost, Renado Kropp, kürzlich in Berlin angekündigt. Pendler sollen zum Preis von 40 Euro für das ganze Jahr eine Platzreservierung erhalten.

"Platzreservierungen sind eine zusätzliche Fahrpreiserhöhung", kritisiert Christfried Tschepe, Vorstand der Interessengemeinschaft Eisenbahn, Nahverkehr und Fahrgastbelange Berlin (IGEB). Platzreservierungen würden eine Verknappung des Sitzplatzangebotes für alle Fahrgäste bedeuten, die sich Reservierungen nicht leisten können oder wollen. "Anders als im Fernverkehr, wo für die Fahrgäste sichtbar ist, welche Plätze auf welchen Abschnitten reserviert sind, will DB Regio einen Teil der Sitzplätze pauschal als reservierte Plätze der allgemeinen Nutzung entziehen. Damit ist die Verknappung des Angebotes gravierender als bei den Platzreservierungen im Fernverkehr", so Tschepe. Mit dem Modell der pauschalen Platzreservierungen seien Spannungen unter den Fahrgästen vorprogrammiert. Statt das Platzangebot zu verknappen, sollten die Länder sich dafür einsetzen, dass längere Züge zum Einsatz kommen.