„Gebühren verwehren gescheiten jungen Menschen den Zugang zu weiterführender Bildung“ , erklärte SPD-Landesgeschäftsführer Dirk Panter. Ganze Gruppen von Jugendlichen würden von einem Studium ausgeschlossen. „Angesichts eines drohenden Fachkräftemangels und der demografischen Entwicklung in Sachsen kann das wohl kaum Ziel einer verantwortungsvollen Politik sein.“ Die Linkspartei.PDS wertete Milbradts Äußerungen als „offene Kampfansage“ an Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). Die hochschulpolitische Sprecherin der PDS, Heike Werner, warf dem Ministerpräsidenten vor, Hochschulen wie Unternehmen führen zu wollen.
Die GEW kritisierte vor allem den Vergleich, mit dem Milbradt einen Wechsel der Personalhoheit vom Land zu den Hochschulen begründete: Fußballtrainer ließen sich auch nicht vorschreiben, wen sie für wie viel Geld auf den Platz schickten. „Ein solcher Vergleich ist skandalös. Hochschulen sind öffentliche Einrichtungen, die überwiegend von den Bürgern finanziert werden und bei der Erfüllung ihrer Aufgaben in Verantwortung für die gesamte Gesellschaft stehen“ , sagte der stellvertretende GEW-Chef in Sachsen, Jens Kinne.
Die FDP begrüßte das „Machtwort“ Milbradts. „Wir fordern seit Langem Autonomie für die sächsischen Hochschulen - im Bereich der Finanzen, des Personals und der Liegenschaften“ , so der Abgeordnete Andreas Schmalfuß. Die CDU-Fraktion unterstützte Milbradt auch bei den Studiengebühren. Mit ihrer Einführung wären „größere Spielräume“ für Verbesserungen in der Lehre verbunden, sagte der Parlamentarier Roland Wöller.
Wissenschaftsministerin Stange (SPD) drängte im RUNDSCHAU-Gespräch trotz Milbradts ultimativer Forderung auf eine Lösung. „Unsere Koalitionsvereinbarung sieht eine Novelle des Hochschulgesetzes vor“ , sagte sie. „Wir sind daher in der Pflicht, sie auf den Weg zu bringen.“ Mittwoch vor Ostern gebe es einen neuen Gesprächstermin, auf dem die Frage diskutiert werden müsse. (dpa/sh/das)