Nach statistischen Angaben der Regionaldirektion und der sogenannten optierenden Kommunen, die für die "Hartz IV"-Umsetzung in Eigenregie verantwortlich sind, gab es in Sachsen im vergangenen Jahr mehr als 82 000 Ein-Euro-Jobs. Im ersten Halbjahr 2006 belief sich die Zahl der Arbeitsgelegenheiten, bei der Empfänger von Arbeitslosengeld II für gemeinnützige Tätigkeiten eine Mehraufwandsentschädigung von ein bis zwei Euro pro Stunde erhalten, demnach auf knapp 48 000.
Doch während die optierenden Kommunen zumindest zum Teil Aufschluss darüber geben können, wie viele der früheren Ein-Euro-Jobber inzwischen eine reguläre Beschäftigung vorweisen, ausgebildet werden oder selbstständig sind, verneint die Regionaldirektion Sachsen, über entsprechende Daten zu verfügen. Die Vizechefin der Linksfraktion im Landtag, Caren Lay, hatte dies in einer kleinen Anfrage von der Staatsregierung wissen wollen. Sozialministerin Helma Orosz (CDU) verwies in ihrer Antwort auf Angaben der Regionaldirektion, wonach "hierzu keine statistischen Auswertungen" vorliegen.

Öffentlichkeit informieren
Lay nannte es erstaunlich, dass die Regionaldirektion Sachsen angeblich keine Statistik darüber führe, ob Ein-Euro-Jobber anschließend wieder in den regulären Arbeitsmarkt gelangten: "Eine Erfolgskontrolle sollte bei der Einführung neuer Instrumente doch selbstverständlich sein."
Laut DGB-Chef Lucassen hat die Öffentlichkeit "ein Anrecht darauf, zu erfahren, wie wirksam Arbeitsgelegenheiten sind und ob das Geld auch tatsächlich die Eingliederung von Arbeitslosen unterstützt". Aktuelle Zahlen zur Grundsicherung seien "nur mit Vorsicht zu genießen, weil sie unvollständig sind", monierte Lucassen. Die Bundesagentur müsse endlich dafür sorgen, dass aktuelle und nachprüfbare Zahlen zur Verfügung stehen. Knapp zwei Jahre nach dem Start von "Hartz IV" seien Software-Probleme keine Ausrede mehr.

Lay: Das ist ein Flop
Laut Lay haben sich die Ein-Euro-Jobs als Flop erwiesen. Die Abgeordnete verwies dazu auf Daten, die die Regionaldirektion der Linksfraktion in einem Gespräch im Juni vorgelegt habe. Danach hätten 2005 lediglich 2,3 Prozent der ehemaligen Ein-Euro-Jobber anschließend eine Beschäftigung erhalten oder sich selbstständig gemacht.
Mit denjenigen Personen, die nach dem Ein-Euro-Job eine Ausbildung begonnen hätten, erhöhe sich der Anteil auf gerade 3,0 Prozent. Die Bilanz der Optionskommunen falle nur geringfügig besser aus, fügte Lay unter Verweis auf ihre parlamentarische Anfrage hinzu.