Am Sonntag verständigten sich die Unterhändler in Südafrika auf einen Fahrplan für ein rechtsverbindliches Klimaabkommen, das nach 2020 in Kraft treten soll. Die Arbeit an dem neuen Abkommen soll im ersten Halbjahr 2012 beginnen, damit es spätestens 2015 verabschiedet werden kann. Langfristig soll die Durban-Plattform die Klimarahmenkonvention und später auch das Kyoto-Protokoll ablösen, sodass alle Staaten nach den gleichen Regeln Verpflichtungen zur Emissionsminderung eingehen.

Bundesumweltminister Röttgen sprach nach der Konferenz von einem „großen, wegweisenden Erfolg für den Klimaschutz“. Möglich geworden sei dieser durch ein starkes Bündnis zahlreicher Entwicklungsländer mit der EU. Die Grünen kritisierten hingegen die Verhandlungsergebnisse. Deren Vorsitzende Claudia Roth tat den Ausgang der Konferenz als „enttäuschend, ernüchternd und entlarvend“ ab.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace attackierte ebenfalls die Ergebnisse. Weder die Beschlüsse zum Kyoto-Protokoll noch der Fahrplan für ein neues weltweites Klimaabkommen seien ausreichend, um die Klimaerwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Es bestehe die Gefahr, dass der abgeschwächte Kompromiss nur zu einem lose bindenden Abkommen führen werde. In den Verhandlungen war der Kompromiss lange heftig umstritten. Vor allem die USA sowie Indien und China widersetzten sich der Forderung der EU nach einem rechtsverbindlichen Abkommen und forderten zudem, dass es erst nach 2020 in Kraft treten solle.

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