Angesichts der Ausbreitung der Vogelgrippe-Epidemie hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) den Zentralen Krisenstab Tierseuchen einberufen. Dieser werde am Samstagnachmittag zusammenkommen, erklärte Schmidt in einer Mitteilung. Zuvor war bekanntgeworden, dass sich der Verdacht auf das hochansteckende H5N8-Virus auch auf einem Hühnerhof im Landkreis Vorpommern-Greifswald bestätigt hat. Dies teilte das Agrarministerium in Schwerin mit. Am Freitag waren in Mesekenhagen 31 Tiere tot aufgefunden worden, 26 weitere wurden vorsorglich getötet.

"Aufgrund der aktuellen Entwicklungen bedarf es schneller, effizienter Koordination und Entscheidungen", sagte Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt. Ziel sei es, "die Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung zu bündeln und alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern". Der Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) fordert eine bundesweite Stallpflicht für Geflügel. "Wir müssen schneller sein, als sich das Virus ausbreitet", sagte ZDG-Vizepräsident Friedrich Otto Ripke der Deutschen Presse-Agentur.

In Brandenburg gilt seit Freitag eine teilweise Stallpflicht. "Der Erlass des Landestierarztes sieht vor, dass in den Landkreisen und kreisfreien Städten unverzüglich in ausgewiesenen Risikogebieten die Aufstallung von Geflügel anzuordnen ist", erklärt Maria Strauß, Sprecherin des Verbraucherschutz-Ministeriums

am Freitag. Betroffen sind Wildvogeleinstandsgebiete und sogenannte Ramsergebiete, um die ein Schutzstreifen von einem Kilometer gebildet werden soll. Darunter fällt auch das Teichgebiet Peitz (Spree-Neiße). Hinzu kommen weitere Gebieten, in denen besonders viel Nutzgeflügel gehalten wird.

Zuerst war der gefährliche Erreger H5N8 in einem Geflügelbetrieb in Schleswig-Holstein festgestellt worden. An der aggressiven Variante des Subtyps H5N8 verendete Wildvögel wurden bisher in Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern gefunden. Die Behörden reagierten mit einer massiven Ausweitung der Stallpflicht-Zonen vor allem in der Nähe von Seen und Flüssen. Damit soll eine Ansteckung über Kot oder verunreinigtes Wasser verhindert werden.