Bei Mord, Totschlag und fahrlässiger Tötung gab es allerdings einen Zuwachs. Hier konnten die Ermittlungen in 87 Fällen beendet werden (2005: 68). In diese Statistik gehen auch Taten früherer Jahre ein. Die Fälle werden erst in die Zählung aufgenommen, wenn sie abgeschlossen sind. 2006 starben mindestens 41 Frauen, Männer und Kinder eines gewaltsamen Todes. 15 Menschen kamen durch Rauschgift ums Leben - 2005 waren es noch 20.
Sorgen bereitet Buttolo der Anstieg der Gewaltkriminalität. Hier wurden in Sachsen im Vorjahr 7187 Straftaten gezählt, 155 Fälle mehr als 2005. Die Zahl der gefährlichen und schweren Körperverletzungen erhöhte sich um 7,4 Prozent auf 5027. In den Großstädten ist die Gewalt deutlich stärker als auf dem Lande. 2006 kamen in Leipzig auf 100 000 Einwohner rechnerisch 290 Gewaltstraftaten, in Chemnitz 230 und in Dresden 222. In Gemeinden mit weniger als 20 000 Einwohnern waren es im Schnitt nicht einmal halb so viele Fälle. Bei Raub ging die Zahl der Delikte um 10,8 Prozent auf 1900 zurück.
Im Grenzgebiet zu Polen und Tschechien ließ die Kriminalität insgesamt um 3,1 Prozent nach. Die Städte Görlitz und Zittau stellten dennoch eine Häufung von Ladendiebstählen fest. Nach Ansicht von Buttolo ist die "gefühlte Kriminalität" im Grenzgebiet aber nicht mit der tatsächlichen Lage gleichzusetzen. Die Ängste der Menschen müssten ernst genommen werden. "Ein Bürger, der sich sicher fühlt, ist ein zufriedener Bürger", machte der Innenminister seinen Anspruch klar. Lobend äußerte er sich über die erreichte Aufklärungsquote von 59,7 Prozent. Damit stehe Sachsen im Bundesvergleich gut da.
(dpa/mb)