(bob) Banken, Sparkassen und Polizei arbeiten in Brandenburg zusammen, um die Serie der Geldautomatensprengungen endlich zu beenden. Am Montag gab es ein erneutes Treffen in Potsdam. Dabei konnten die Ermittler der Soko „Geld“ gleich einen neuen Erfolg verkünden. Vier weitere Sprengattacken in Brandenburg konnten aufgeklärt werden. Sie gehen auf das Konto zweier Berliner, die bereits im Knast sitzen. Laut Polizeisprecher Torsten Herbst handelt es sich um Freigänger, die ihren Ausgang dazu nutzten, im Berliner Umland Geldautomaten zu sprengen. Die weiteren Ermittlungen werden nun in Berlin geführt.

64 Mal haben verschiedene Sprengbanden seit 2014 in Brandenburg zugeschlagen. Durch die enge Zusammenarbeit der Ermittler mit den Geldinstituten wird die Luft für die Banden nun aber zunehmend dünner.

Ein Grund: Acht Präventionsteams der Polizei haben zusammen mit den Banken gefährdete Standorte von Geldautomaten unter die Lupe genommen und Gegenmaßnahmen geplant, die den Sprengen erschweren sollen.

Eine kleine Sisyphusarbeit: Über 900 Automaten gibt es im Land. Jeder einzelne musste betrachten werden. „Drei Viertel sind geschafft“, berichtet Torsten Herbst, Sprecher des Polizeipräsidiums in Potsdam. Die restlichen Standorte sollen bis Ende des Jahres abgearbeitet werden.

Beim Treffen am Montag in Potsdam haben Vertreter aller wichtigen Banken- und Sparkassenverbände teilgenommen. Auch die Sparkasse Spree-Neiße, auf deren Filiale in Döbern im Juli der bisher letzte Anschlag im Land verübt wurde, war mit zwei Vertretern dabei. Es ging um den Erfahrungsaustausch und neue Erkenntnisse aus den Ermittlungen. Der Polizei ist es in den vergangenen Monaten gelungen, mehrere Banden, teils aus Brandenburg, teils aus Polen, zu überführen. Zudem gab es zwischenzeitlich mit den reisenden Sprengbanden aus den Niederlanden eine neue Bedrohungslage.

Die Polizei geht weiterhin davon aus, dass mehrere Banden im Land aktiv sind. Seit zwei Monaten allerdings hat es keinen neuen Angriff in Brandenburg gegeben. Ein Erfolg, den Herbst auch auf das Präventionsprojekt und die Öffentlichkeitsarbeit der Polizei zurückführt. „Die Täter lesen auch Zeitung und registrieren, dass wir in Brandenburg Vorbeugungen treffen“, so Herbst.

Oft reiche es schon aus, mit Kleinigkeiten zu reagieren. So haben zahlreiche Banken im ländlichen Raum die Initiative der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien übernommen, die ihre Geldautomaten nachts nicht mehr zugänglich macht. „In einem 300-Seelen-Ort braucht zwischen 0 und 4 Uhr niemand einen Geldautomaten“, findet auch Polizeisprecher Herbst.

Die Banken hätten zudem mitgeteilt, an verschiedenen Standorten baulich zu reagieren. So sollen Automaten nicht mehr von außen zugänglich sein. Auch technisch rüsten die betroffenen Geldinstitute laut Herbst weiter auf.

Polizei-Ermittler sind Geldautomatensprengern auf der Spur „In Döbern waren Dilettanten am Werk“

Potsdam/Döbern

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