Auf den ersten zehn Bällen hatte Entertainer Gunther Emmerlich (71) durch das Programm geführt. "Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören", erinnerte der Künstler an eine Lebensweisheit. Der Wechsel kommt nicht überraschend. Der Opernball hatte schon im Sommer angekündigt, sich fortan "frecher und moderner" zu präsentieren. Damit will man mehr junge Leute gewinnen. Kretschmer, der bei Vox die Sendung "Shopping Queen" moderiert, soll genau das bewirken.

Die 11. Ausgabe des Spektakels am 29. Januar 2016 steht unter dem Motto "Dresden schillert - Der Ball ist bunt". Zu Gast sind unter anderen Opernstar Joyce DiDonato, Tänzerinnen und Tänzer des Pariser Lido, Artisten aus Taiwan und das Bundesjugendorchester. Auch Emmerlich ist für einen Live-Act eingeplant. Laut Frey wird extra für den Ball ein "Dresdner Walzer" komponiert. Aber auch Breakdance soll für Stimmung sorgen. Mit dem Motto des kommenden Balls möchte der Veranstalter unterschiedliche Assoziationen wecken - vom Fußball bis zum Karneval.

Emmerlich ging am Dienstag bei seiner letzten Pressekonferenz als Moderator auch auf die Umtriebe der islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung ein, ohne sie namentlich zu nennen. Der Opernball sende jedes Jahr ein Signal aus, dass Dresden eine "heitere" und gastfreundliche Stadt sei. "Wenn es den Ball nicht schon gäbe, müsste man ihn erfinden", sagte Emmerlich und verwies auf die Montagabende, an denen die Pegida-Anhänger seit gut einem Jahr durch Dresden laufen. Wie Emmerlich wird auch sein Nachfolger Kretschmer eine Co-Moderatorin an seine Seite bekommen. Wer es sein wird, soll demnächst bekanntgegeben werden.