Damit wäre für die Initiatoren rund um den ehemaligen Prignitzer Landrat Hans Lange der Weg frei zur nächsten Stufe auf dem Weg zum Volksentscheid, der Beantragung eines Volksbegehrens.

Die Ablehnung verpackten Vertreter von SPD und Linker gestern in durchaus freundliche Worte. So betonte der Linken-Abgeordnete Hans-Jürgen Scharffenberg, dass man manchen Punkten der Initiative, etwa der stärkeren Förderung kommunaler Zusammenarbeit durchaus folgen könne. "Aber der zweite Punkt, die bestehenden Strukturen beizubehalten, würde bedeuten, dass das Land auf die Möglichkeit gesetzlicher Zusammenschlüsse verzichtet", sagte Scharffenberg. "Es würde bedeuten, dass wir aller Gestaltungsmöglichkeiten benommen sind", sagte SPD-Fraktionschef Mike Bischoff. Daher werde man die Initiative ablehnen. Jedoch betonten sowohl Vertreter der SPD als auch der Linken gestern, dass man keine Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit der Initiative habe.

Zudem soll in der nächsten Landtagssitzung ab dem 17. Mai in erster Lesung über ein Gesetz diskutiert werden, das die Neuwahl von Landräten bis zur Kreisgebietsreform regelt. "Wir wollen die Kreisneugliederung mit den Kommunalwahlen 2019 wirksam werden lassen", sagte der Innenexperte der SPD, Daniel Kurth. "Bis dahin sind nach derzeitiger Lage noch sechs Landratswahlen durchzuführen."

Um zu vermeiden, dass es nach der Reform viele gerade erst im Amt bestätigte Wahlbeamte gebe, soll bis dahin auf Landratswahlen verzichtet werden: Die Amtsinhaber sollten durch das Gesetz bis zur nächsten Kommunalwahl im Amt belassen werden. Sollten sie dafür nicht zur Verfügung stehen, sollten die Kreistage einen Nachfolger wählen.

Keinen Bezug nimmt das Gesetz auf die Amtszeiten der Oberbürgermeister der kreisfreien Städte: Hier ist offenbar vorgesehen, dass sie nach der Einkreisung als Bürgermeister der dann kreisangehörigen Städte weiter amtieren.